Moderne Kommunikationswege

Überschallgeschwindigkeit

Es gibt Richter und Gerichte, die Leben im „HEUTE“ und nutzen das, was moderne Kommunikationswege möglich machen.

Und dann gibt es Strategen, die arbeiten noch wie vor 50 Jahren.

Mit einem analogen Diktiergerät wird ein Stapel „abdiktiert“. Der Stapel wird dann mit einem Bollerwagen von Wachtmeistern über die Gänge in die Geschäftsstelle gekarrt.

Dort werden die vom Richter diktierten Verfügungen abgearbeitet, und das, was geschrieben werden muss, wird dann wieder per Bollerwagen in die Kanzlei gekarrt, dort wird dann geschrieben, zurück in die Geschäftsstelle, möglicherweise dann wieder zum Richter zum Unterschreiben.

Wir reden über ca. eine Woche, die bei dieser Odyssee ins Land geht. Und der Brief dann per Schneckenpost und teurem Porto abgesandt. Prima.

So kommt es dann, wie bei mir gestern eingegangen, dazu, dass ein vermutlich am 30.03.2017 diktierter Brief mit einer Fristsetzung zum 08.04.2017 bei mir am 10.04.2017 eingeht.

Hätte man per Mail oder Fax in einer Stunde erledigen können.

Ist mir eigentlich egal, wenn nicht diese idiotische Fristsetzung wäre, die aufzeigt, dass die R1- oder R2-Besoldeten nicht nur hinter dem Mond arbeiten, sondern dass sie nicht einmal bereit und geistig flexibel genug sind, bei einer Fristsetzung darüber nachzudenken, dass sie nicht in einem ICE sondern in einem Bummelzug sitzen.

Aber hinterher völlig erstaunt tun, wenn sich in der Frist nichts tut oder man sich darüber beklagt, dass ein Schreiben erst nach Fristablauf überhaupt eingeht.

LG Halle 038

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.