Verantwortungslose selbstsüchtige Richter?

Klar, der Erledigungsdruck eines Strafrichters wächst mit jeder Verhandlung, die er nicht durchführt.

Aber, so darf ich doch sicher fragen, ist es nicht verantwortungslos und selbstssüchtig, mit dem Argument des Erledigungsdrucks (mal ausgesprochen, mal phrasenhaft umschrieben) Termine nicht aufzuheben, bei denen entweder der Angeklagte oder ein Verteidiger zu Risikogruppen gehört?

Es geht nicht um die Frage der Verhandlungsfähigkeit, es geht um die Gefahr der Ansteckung von Gefährdeten! Dem „Normalbürger“ drohen Ausgangssperren, Gaststätten mit tausendfach besseren Hygienekonzepten als in jedem Gericht müssen schließen, über die die Einstellung der öffentlichen Verkehrsmittel wird nachgedacht, Gesetze erlauben coronabedingte Ausnahmegenehmigungen, aber Richter Mirdochscheißegal vom Amtsgericht Dummwiebrot oder Landgericht Kackfrech darf unbeeindruckt von jeder Gefahr nach Gutsherrenart bestimmen, dass seine Sachen verhandelt werden, weil er ja sonst vielleicht in der Osterwoche nun doch mal verhandeln muss, obwohl er das eigentlich nie wollte.

Solche sturen Gipsköpfe sollten jedenfalls das Wort Empathie nie wieder in den Mund nehmen, jedenfalls nicht als fehlend bei der Strafzumessung einstellen.

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020)
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