Was keiner wissen muss

Ich muss das mal loswerden: Seit Rechtsanwälten im Prinzip jedwede Reklame im weitesten Sinne erlaubt ist und die Grenze des schlechten Geschmacks immer weiter in eine Ferne gerückt wird, die man auch als unendlichen Raum bezeichnen kann, kommen bestimmte Figuren dieser Berufssparte auf die wildesten Ideen, sei es auf ihren Homepages, über Facebook, Twitter, Instagram oder wo auch immer!

Ich muss mich da jetzt mal dranhängen:

Ich sag Euch nicht, ob ich Kinder habe, außer zwei virtuellen (wer mag das sein?), geschweige denn, dass ich Euch von denen, sollte es sie geben, irgendwelche süß-geschmacksverwirrten Bilder zeige.

Ich verrate Euch nicht, ob ich während meiner Arbeit in meinem Büro an irgendeinem Fitnessgerät sitze, dabei möglicherweise noch flatuliere oder masturbiere, weil ich gerade wieder jemanden vollgeschleimt habe, mir seine Stimme wofür auch immer zu geben.

Ich erzähle Euch nicht, ob ich meine Gesässfalten oder welche anderen häßlichen Teile an meinem Körper mit Bauschaum, Silikon, Hyaloron oder Botox flachgebügelt habe.

Ich verrate Euch nicht, welche Zensuren oder Noten ich in der Volksschule – ja, bei mir hieß das noch so! -, auf dem Gymnasium, im Abitur oder nach 9 Semestern Jura oder nach meinem Referendariat hatte.

Ich zeige Euch keine Bilder, bei denen zufällig meine Oberweite aus dem Hemd fällt, meine Beinchen durch einen Schlitz blitzen oder mein Hintern das Bild ausfüllt, obwohl er das natürlich könnte.

Ich verrate Euch nicht, welchen Intelligenzquerulanten – oder wie das heißt – bei einem Test bei Mensa hatte.

Ich verrate Euch nicht, ob ich morgen bei meiner Podologin oder meiner Proktologin bin, ich verrate Euch nur, dass es lächerlich wäre, wenn ich Euch irgendetwas davon verraten würde.

Ja, ich mache über asoziale Medien auch bescheuerte und geschmacklose Posts, aber ein wenig Neid erfüllt mich schon, dass es doch einige Kolleginnen und Kollegen (Dank an Carsten R.) usw. gibt, die mich in ihrer Bescheuertheit weit übertreffen.

Aber vielleicht wollen die Mandanten, die es nicht besser verdienen, gebotoxte Strampler mit häßlichen Säuglingen sehen, bevor sie dann deshalb Aufträge erteilen.

Ja, das musste jetzt mal raus.

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020)
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