Minder schwerer Fall im Betäubungsmittelrecht – mal so, mal so

Der Boxer und das Kantholz – das fetzt!

Manche (viele?) Richter, insbesondere an Amtsgerichten, haben möglicherweise seit ihrem zweiten Staatsexamen nicht mehr in einen aktuellen Kommentar geschaut, geschweige denn, die sich fortentwickelnde Rechtsprechung verfolgt, selbst wenn sie stramm auf ihre Pensionierung zugehen.

So hatte ich doch neulich tatsächlich bei einem niedersächsischen Amtsgericht eine Richterin, der ich letztlich erst über eine Sprungrevision beim Oberlandesgericht beibringen musste, dass die „exorbitante“ Überschreitung der Grenze zur „nicht geringen Menge“ um das Einfache (es ging um etwa 14 g THC) bei einer weichen Droge den sogenannten „minder schweren Fall“ geradezu aufdrängt, und nicht, wie sie zuvor gemeint hatte, eine Mindeststrafe von einem Jahr nach sich ziehen musste.

Diese Richterin hätte vermutlich einen siebenfachen Herzinfarkt in Sekundenschnelle bekommen, wenn sie zugegen gewesen wäre, als ich in der genialen, gern genommenen und erfolgreichen Verteidigerkonstellation mit dem Kollegen Max, dem Boxer, Rakow aus Rostock und seiner Vertretung Marcus Tauber erreichen konnte, dass beim Amtsgericht Tiergarten ((284a Ls) 274 Js 7332/19 (17/20) einer Menge von über 40 KILOgramm Grünzeug mit einem THC-Gehalt von insgesamt 9.415 Gramm und dem Vorwurf des Handeltreibens in nicht geringer Mange mit Waffen von einem minder schweren Fall des § 30a BtMG ausgegangen wurde.

Der Boxer und das Kantholz, eine feine Kombi!

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.