Per Fax vorab: was soll das Hinterhergeschicke?

Sinnbefreite geldverschwendende Doppelinfo des Amtsgerichts in Braunschweig

Seit 1979 gibt es in Deutschland die Möglichkeit des Faxens. Jahrzehnte hat es gebraucht, bis Schriftverkehrsteilnehmer – insbesondere Behörden, Gerichte usw. – begriffen haben, dass Faxe die Korrespondenz nicht nur beschleunigen sondern auch die Kosten erheblich senken.

Manche Gerichte bitten jetzt schon ausdrücklich darum, nur per Fax zu korrespondieren und die Unsitte zu lassen, das per Fax Übersandte in Papier nochmals nachzureichen. Ein weiter Schritt in die Zukunft, an Mails und beA noch gar nicht gedacht.

Und, was macht das Amtsgericht Braunschweig?:

Eine popelige Terminsaufhebung wird mit:

„Eilt sehr, bitte sofort vorlegen, vorab per Fax“

mitgeteilt, um dann, quasi wie angekündigt, dieses Schreiben einen Tag später nochmals säuberlich auf feinem weißen Behördenpapier im Gerichtsfach zu haben.

Leute, was soll dieser – mal wieder steuergeldverschwendende – Schwachsinn? Per Computerfax die Terminsaufhebung mitteilen, und gut ist es. Was soll dieses Hinterhergeschicke eines Papiers, dessen Informtionsgehalt schon einen Tag zuvor angekommen ist? Im Gericht muss es ausgedruckt, befördert und in unser Gerichtsfach gesteckt werden, bei uns muss es transportiert und … geschreddert werden.

Macke? Kopfschütteln!

Ich überlege, es zukünftig mit dem Bundesverfassungsgericht zu halten, das am 17. Dezember 2019 (1 BvR 2244/19) geäußert hat:

Das Bundesverfassungsgericht muss es nicht hinnehmen, bei der Erfüllung seiner Aufgaben in dieser Weise durch eine sinnentleerte Inanspruchnahme seiner Arbeitskapazität behindert zu werden.

Ich denke nämlich, dass es ein Anwaltsbüro nicht hinnehmen muss, bei der Erfüllung seiner Aufgaben in dieser Weise durch eine sinnentleerte Inanspruchnahme durch Doppelinformationen seiner Arbeitskapazität behindert zu werden.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019)
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