Staatsanwaltschaft Braunschweig – Sensibilität einer Dampfwalze

Peinliche Berufung

Ich habe berichtet über das ausgewogene Urteil des Amtsgerichts Wolfsburg gegen drei Erzieherinnen wegen des Todes eines 16 Monate alten Kindes.

Die vorbehaltene Geldstrafe als schuldangemessene Sanktion wurde auch von den im Gerichtssaal anwesenden Eltern des verstorbenen Kindes akzeptiert, sie wollten ausdrücklich kein Rechtsmittel, um endlich mit diesem tragischen Unglücksfall abschließen zu können.

Irgendwelche völlig unsensiblen Hardliner bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die im Vorfeld schon mit inhaltlich falschen Pressemitteilungen hantiert haben, sind nun auf die Schnapsidee gekommen, gegen das Urteil – nochmals: gegen den erklärten Willen der Eltern des verstorbenen Kindes – Berufung einzulegen.

Bei einigen Presseorganen scheint es so angekommen zu sein, dass die verurteilten Erzieherinnen gegen das ausgewogene Urteil (zuerst) Berufung eingelegt hätten, was definitiv unwahr ist.

Erst als Reaktion auf die unglaubliche Berufung der Staatsanwaltschaft ist für die Erzieherinnen durch die jeweiligen Verteidiger ebenfalls Berufung eingelegt worden, um in der Berufungsinstanz einen Gegenpol zu haben.

Die Verteidigung untersucht jetzt, ob die Falschinformationen der Presse schon wieder auf einer unwahren Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft beruhen, was sicher dann zu tiefgreifenden Konsequenzen zu führen hat.

Schon jetzt sind die Erzieherinnen aufgrund dieser Falschmeldungen idiotischen hasserfüllten Anfeindungen in sozialen Medien ausgesetzt, ein Spießrutenlaufen wegen solcher Falschmeldungen hätte nun wirklich nicht sein müssen.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019)
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