Stinkende Faulheit oder widerwärtiges Desinteresse?

Oder einfach nur seit Jahren anhaltende Unprofessionalität?

Es gibt Richter, die können es einfach nicht lassen, ihre Unprofessionalität immer wieder zu dokumentieren.

Das Exemplar, über das ich schon berichtet hatte, dass es sich schleimtriefend bei Polizeibeamten dafür entschuldigt, dass sie ihre kostbare Zeit opfern müssen, um als Zeugen auszusagen, hat mal wieder gezeigt, mit welchem tiefgreifenden Ernst es an seine Aufgaben herangeht.

In einer nicht unkomplizierten Strafvollstreckungssache wurde von dem lustlosen Exemplar für die Begründung der Ablehnung eines Beiordnungsantrages folgender Textbaustein aus dem Computer gezaubert:

Weder die schwere des Vollstreckungsfalles noch die Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage im Vollstreckungsverfahren lassen die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheinen.

Na prima! Leere Worthülsen.

Die bloße Wiedergabe des Gesetzeswortlauts genügt in der Regel ebenso wenig wie formelhafte und allgemeine Wendungen. Eine solche Vorgehensweise zeugt vielmehr von einer verfahrensfremden von uninteressierter Oberflächlichkeit geprägten Einstellung, die mit sachgerechter Überprüfung der Belange eines Beteiligten nicht vereinbar ist und nichts zu tun hat.

Aber manche Exemplare können oder wollen es halt nicht besser.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016, 2017 + 2018)
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