Wenn Rechtsanwälte sich dem Verdacht einer Straftat oder eines Berufsrechtsverstoßes aussetzen

Bruch der Verschwiegenheitsverpflichtung § 203 StGB und/oder § 2 I BORA

Es gibt „Kollegen“, die aus Gründen, die vielfältig sein können (Pressegeilheit, Geltungssucht, Dummheit usw., usw., usw. …) bewusst ihre Verschwiegenheitsverpflichtung brechen, sobald sie einen Reporter, eine Fernsehkamera oder ein Mikrofon auch nur riechen!

Es muss dann nicht unbedingt gleich eine Straftat nach § 203 StGB sein, aber § 2 I BORA (Berufsordnung für Rechtsanwälte) lautet

§ 2
Verschwiegenheit

Der Rechtsanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und berechtigt. Dies gilt auch nach Beendigung des Mandats.

Ein Paradebeispiel, bei dem der Verdacht des Bruchs dieser Pflicht nicht fern liegt, und das mit Sicherheit wieder einmal dem gesamten Berufsstand schadet, findet sich in diesem Zeitungsartikel der „Badischen Neuesten Nachrichten“, in dem der beigeordnete Pflichtverteidiger Einzelheiten offenbart, die mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals von einer Einwilligung des Mandanten gedeckt sind.

Das behauptete Ereignis:

Stephan B. fragt seinen Verteidiger, ob dieser Jude sei. Als der Anwalt das verneint, sagt der Verdächtige folgenden Satz.

Selbst wenn Sie einer wären, würde ich Sie jetzt nicht ablehnen.

wird der Beschuldigte kaum vorher zur Herumlaberei freigegeben haben.

Es geht auch noch ausführlicher beim Spiegel. Das alles kann kaum ein Mandant wollen, ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen.

Kollegen, lasst BITTE, BITTE, BITTE dieses dümmliche Herumgequatsche sein. Sehe nicht nur ich so, auch der Kollege Carsten R. Hoenig hat wenig Verständnis für diese Art der Verteidigung.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016, 2017 + 2018)
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Eine Antwort zu Wenn Rechtsanwälte sich dem Verdacht einer Straftat oder eines Berufsrechtsverstoßes aussetzen

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