Überlastung der Justiz – ein Hirngespinst?

Ein Hirn, das spinnt

Der Mandant fährt ohne Fahrerlaubnis. Böser Mensch.

Ich Verteidiger, Kantholz smooth and soft, (fast) immer darauf bedacht, die Justiz zu entlasten, teile der Staatsanwaltschaft mit:

Geständnis, Nettoeinkommen, Familienstand, Unterhaltszahlungen, Fehlen sonstiger Belastungen, und rege an, einen Strafbefehl zu erlassen und von der Verhängung einer Wiedererteilungssperre abzusehen, da die Tat nun schon einige Monate her ist.

Es geschieht, was geschehen muss: Nach weiteren sechs Monaten wird Anklage erhoben. Nach noch weiteren Monaten Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Gefragt wird nach Nettoeinkommen, Familienstand, Unterhaltszahlungen, Fehlen sonstiger Belastungen, der Sitzungsvertreter beantragt eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen ohne Wiedererteilungssperre und es kommt raus eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen ohne Wiedererteilungssperre.

Meine nachträgliche Frage danach, was ich eigentlich noch mehr tun könnte, um die angeblich so überlastete Justiz zu entlasten, wird mit Schulterzucken beantwortet.

Was geht in so einem Hirn eines Staatsanwaltes vor?

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Quelle des Fotos: ndr.de

 

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016, 2017 + 2018)
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