Unkollegialität am Harz

Spinner und Freund fürs Leben

Manchen Kollegen kann man nur kopfschüttelnd und ohne jedes Verständnis begegnen.

Gestern vor dem Amtsgericht W. am Rande eines Mittelgebirges im nordostdeutschen Raum:

In einer Strafsache gegen drei junge Männer, die zum Tatzeitpunkt vor bald 3 Jahren noch Jugendliche waren, habe ich u.a. durch eine Verzögerungsrüge und einen Einstellungsantrag wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung erreicht, dass Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft und Richter trotz Vorwurf eines Verbrechens damit einverstanden sind, dass das Verfahren folgenlos nach § 47 JGG mit einer Ermahnung eingestellt wird. Diese Zusage wird vor Aufruf zur Sache für alle drei Angeklagten gemacht, bevor die beiden anderen Verteidiger erschienen sind.

Als die beiden anderen Verteidiger im Gerichtssaal erscheinen, teilt das Gericht mit, dass das so geschehen wird.

Einer der beiden Verteidiger, offensichtlich eine querulierende Pappnase, beklagt sich, dass keine Unterschiede gemacht werden, was nur bedeuten kann, dass er für seinen (geständigen) Mandanten das von mir vorbereitete und erreichte Ergebnis mitnehmen will, aber gern hätte, dass mein Mandant dann doch etwas „Mehr“ abbekommt.

Ich will jetzt nicht vertiefen, wie ich darauf reagiert habe, aber ich gehe davon aus, er wird seinen Enkeln noch davon erzählen.

Allgemeines Kopfschütteln über den Harzer Roller, dann Einstellung wie vorbesprochen.  Ich freue mich auf die nächste Begegnung mit dem „Kollegen“.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016, 2017 + 2018)
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