Primitiv zynischer Polizeibeamter

Unglaubliche Frechheit

Ein Mensch sitzt in Untersuchungshaft. In solchen Fällen haben die Strafverfolgungsbehörden und Strafgerichte auch vor Erreichen der in § 121 Abs. 1 StPO bestimmten Sechs-Monats-Frist alle möglichen und zumutbaren Maßnahmen zu ergreifen, um die notwendigen Ermittlungen mit der gebotenen Schnelligkeit abzuschließen und eine gerichtliche Entscheidung über die einem Beschuldigten vorgeworfenen Taten herbeizuführen.

In dem mir vorliegenden Fall scheut sich einer der Sachbearbeiter einer Polizei in einer süddeutschen Großstadt nicht einmal, in der Akte auf schäbige und menschenverachtende die Unschuldsvermutung bespuckende Weise zu dokumentieren, wie er mit den Belangen eines Beschuldigten umgeht. Er schreibt an eine andere Behörde, die er um eine Auskunft ersucht hatte:

„Mein Kunde genießt noch etwas die Bedenkzeit in der JVA, insofern kommt es nicht auf ein paar Tage an …“

Man mag gar nicht zusammenfassen, unter welche Rubrik man diesen Ausspruch fassen soll: unverschämt, primitiv zynisch, noch primitiver arrogant, misanthropisch ….

Jedenfalls hat dieser Sachbearbeiter der Polizei offenbar nicht nur nicht verstanden, was Aufgabe der Polizei ist, im Gegenteil, er sonnt sich auf ungesunde und dienstpflichtverletzende Weise in einem Machtgefühl, das man ihm dienstrechtlich und möglicherweise strafrechtlich schnellstmöglich entziehen sollte.

Ob er sich dann als Kunde eines Staatsanwaltes oder seines Dienstvorgesetzten weiterhin sonnen kann, wird sich zeigen.

Geschwister

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016, 2017 + 2018)
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