Blöde Bea – blödes beA

Kaum zu glauben und nicht an Peinlichkeit zu überbieten

Mich interessiert brennend, welche Unsummen die Bundesrechtsanwaltskammer schon verbrannt hat, um etwas zu installieren, was man nur noch als sicherheitsgefährdenden IT-Schrott am Hochreck bezeichnen kann.

Die Unwissenden bei der BRAK – was IT angeht – haben sich möglicherweise etwas andrehen lassen, was nicht nur nicht zu retten ist, sondern ein Chaos auslöst (datentechnisch, berufsrechtlich, finanziell …), das jetzt noch gar nicht zu überblicken ist.

Ich für mich habe „meiner“ Kammer heute mitgeteilt:

Sehr geehrte Kollegen,

 

hiermit teile ich mit, dass ich aus Gründen des Schutzes meiner Mandanten und aus Selbstschutz das „beA“ nicht nutzen werde und verweigere die Empfangsbereitschaft.

Ich fordere hiermit sämtliche von mir bisher gezahlten Beträge, die im Zusammenhang mit dem beA stehen zurück und gehe von einer Gutschrift auf meinem Konto bis zum 10.0.1.2018 aus. Ich bitte um Weiterleitung an die Bundesrechtsanwaltskammer.

Die Installation der Software birgt die konkrete Gefahr in sich, dass die anwaltliche Verschwiegenheitsverpflichtung bei der elektronischen Kommunikation programmbedingt nicht gewahrt werden kann. Das widerspricht der mir auferlegten Berufspflicht.

 

„Technische Einrichtungen“ im Sinne von § 31 a BRAO können nur solche sein, mit denen die Säule jeder anwaltlichen Berufsausübung, das Recht und die Pflicht zur Verschwiegenheit gem. § 43 a Abs. 2, S. 1 BRAO, nicht zum Einsturz gebracht wird.

Bis die BRAK die offen kommunizierte Sicherheitslücke nicht endgültig und neutral nachweisbar geschlossen hat, werde ich zum Schutz meiner Mandanten gem. § 43 a BRAO von der weiteren Verwendung des beA absehen.

Ob ich dann später die mir erstatteten Beträge möglicherweise wieder zur Verfügung stelle, werde ich dann entscheiden.

Jetzt gilt: Für sicherheitsgefährdeten Murks gibt es von mir kein Geld.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen und einen fröhlichen Rutsch

A9861EDE-D260-4635-873D-D02A56556C74

 

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Blöde Bea – blödes beA

  1. Andreas schreibt:

    Doofe Frage, hat eigentlich jemand mal das BSI oder die BfDI eingeschaltet?

  2. Fördeanwalt schreibt:

    So ca. 38 Mio EUR sollten es wohl sein…

  3. Hapi schreibt:

    @Andreas Das BSI wurde informiert. Das wurde auf dem Vortrag beim CCC gesagt.

Kommentare sind geschlossen.