Amtsschimmel kackt auch in Erfurt

Wenn Behörden und Kreativität aufeinanderprallen

Die 52 Betonsperren um den Erfurter Weihnachtsmarkt haben in der Nacht zum Samstag bunte Botschaften bekommen. Dutzende Banner werben humorvoll für ein friedliches Fest. So lauten die Sprüche „Glühwein is the answer“ oder „Make love not war“ und „Es glüht so schön, wenn die Erfurter trinken gehen“ oder „Schöner die Gläser nie klingen“.

Initiator der Aktion ist der Erfurter Christian Seidel. Wie er mitteilte, war die Frage seiner dreijährigen Tochter nach dem Sinn der Sperren Anlass für die Aktion. Der Vater und Inhaber einer Agentur habe seiner Tochter nicht von Terrorgefahr erzählen wollen und sei auf die Idee für die Banner gekommen. Er wünsche sich, dass die Besucher des Weihnachtsmarktes Spaß haben und die Zeit in ihrer schönen Stadt genießen, sagte der Schaffer der Betonsperren-Verkleidung. Seidel hoffe, dass er mit der Aktion bei Stadt und Anwohnern keinen Unmut wecke.

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Quelle: MDR

Leider hat sich Christian Seidel, der auch im Zusammenhang mit der kreativen Uhrenschmiede VDB in Erfurt zu sehen ist, geirrt, soweit es die Freude der Erfurter Stadtverwaltung an solchen Aktionen angeht.
Flugs wurden die bunten, positiven Botschaften wieder entfernt; nicht bekannt ist, ob Hintergrund eine fehlende DIN-Norm, Humorlosigkeit oder reines Amtsschimmelgewiehere oder Amtsschimmelgekacke oder eine vergrabene Verwaltungsvorschrift für die Gestaltung von Betonsperren war, jedenfalls darf man der Stadtverwaltung gerne bescheinigen, dass dort ein exquisites Talent vorherrscht, Kopfschütteln zu provozieren.
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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016, 2017 + 2018)
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