Höflichkeit ist eine Zier

Die Staatsanwaltschaft Berlin ist ohne ihr

08.06.2016, Saal 820, Landgericht Berlin, Strafsache.

Um 08.55 Uhr betrete ich den Saal und sage höflich „Guten Morgen“. Die anwesenden Wachtmeister und der Protokollführer erwidern den Gruß freundlich.

Nur die Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft, wohl nur heute als Vertreterin der Vertreterin in der Sitzung, muffelt nach unten schauend vor sich hin.

In meiner hoffenden Einfältigkeit dachte ich, vielleicht hätte ich mit meiner zarten Stimme zu leise gesprochen und habe dann nochmals etwas lauter den Morgengruß in den Saal geträllert.

Weiter muffeliges Wegschauen der feinen Dame von der Staatsanwaltschaft ohne Erwiderung , der Protokollführer lachte schon und wies darauf hin, dass er jedenfalls zurückgegrüßt hatte.

Man weiß es nicht so genau, aber vielleicht ist ja anders als in anderen Bundesländern bei der Staatsanwaltschaft kein Prädikatsexamen sondern eine unerzogene Unhöflichkeit Eingangsvoraussetzung für die gewünschte Karriere.

Jedenfalls bei dieser Kandidatin bin ich sicher, dass sie das jedenfalls glaubt; vielleicht ist es ja sogar Dienstanweisung, Verteidiger nicht zu grüßen, außer sie kriechen einem dorthin, worauf man sich letztlich auch setzen kann.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Höflichkeit ist eine Zier

  1. Maik schreibt:

    Es gibt eine Anweisung: Kanthölzer grüßen wir nicht!

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