Psychosoziale Prozessbetreuung und Steuergeldverschwendung die Zweite

Infiltrierende Erinnerungsaufbesserer/innen (gegendert)

Ich berichtete bereits vor einiger Zeit über meine unmaßgebliche Meinung zur „Psychosozialen Prozessbetreuung„, wobei ich das einzig Soziale an dieser Maßnahme darin sehe, dass eine weitere Einnahmequelle für überwiegend Damen geschaffen wird, die ihre Hauptaufgabe darin sehen, Erinnerungen von vermeintlichen Opfern so zu therapieren, dass auch falsche Verurteilungen manifestiert werden.

Gleichzeitig sehe ich darin eine beleidigende Abwertung professionell arbeitender Nebenklagevertreterinnen (nicht gegendert), denen nicht mehr zugetraut wird, den von ihnen vertretenen Opfern im Gerichtssaal zu zeigen, wo sie sich hinsetzen müssen und ihnen das Händchen zu halten, wenn die Tränen kommen.

Jetzt ein konkreter Fall, in dem mir nichts anderes übrig bleibt, als sinngemäß folgende Stellungnahme abzugeben:

In der Sache

Bernd Buhmann

besteht nicht die geringste Veranlassung für die Beiordnung einer psychosozialen Prozessbetreuung. Davon abgesehen, dass eine solche Betreuung per se, jedenfalls dann, wenn, wie hier, eine erfahrene Nebenklagevertreterin beigeordnet ist, völlig sinnbefreit und lediglich steuergeldverschwendend ist, besteht erkennbar keinerlei Notwendigkeit.

Die Zeugin ist betreut durch die erfahrene Nebenklagevertreterin umfassend auch über die nichtjuristischen Begleiterscheinungen des Verfahrens informiert worden und hat auch im „ersten Anlauf“ für jeden erkennbar nicht den geringsten Bedarf gezeigt, eine weitere Begleitung an der Seite zu haben.

Die Nebenklagevertreterin hat auch nicht den Eindruck gemacht, mit der Information der Zeugin über nichtjuristische Begleiterscheinungen des Verfahrens überfordert zu sein.

Sollte die Kammer gleichwohl zu dem Ergebnis kommen, dass neben juristischer Beratung eine Informationsberatung über nichtjuristische Begleiterscheinungen des Verfahrens notwendig ist und dass solche Informationen der Nebenklagevertreterin nicht zumutbar sind, weil diese dadurch überfordert wäre, wird unter dem Gesichts des

fairen Verfahrens

und der

Gleichbehandlung

beantragt,

dem Angeklagten eine zweite Pflichtverteidigerin beizuordnen.

Insoweit möge Frau Rechtsanwältin ZXY aus Posemuckel beigeordnet werden, die eine überdurchschnittliche Erfahrung in Sexualstrafsachen hat und insbesondere bei der einfühlsamen Betreuung von Opfern und Angeklagten auch nichtjuristische Problemfelder betreffend einer psychosozialen Prozessbetreuerin gleichzusetzen ist.

In Anbetracht, dass die psychosoziale Prozessbetreuung nur für Zeugen, nicht aber für Angeklagte gilt, ist die den Grundsatz des fairen Verfahrens und die Gleichbehandlung von angeblichem Opfer und angeblichem Täter  betreffende Ausgestaltung der doppelten Beistandsleistung, also einmal juristischer und einmal nichtjuristischer Natur, nur und ausschließlich mit einer zweiten Pflichtverteidigerin zu gewährleisten.

Der Unterzeichnende ist in dem identischen Maß wie die Nebenklagevertreterin mit der juristischen Bearbeitung der Sache so gefordert, dass die notwendige weitere tröstende, unterstützende und erklärende Beistandsleistung des Angeklagten identisch zum vermeintlichen Opfer nur durch eine weitere Pflichtverteidigerin gewährleistet ist.

Auch ist darauf hinzuweisen, dass Frau XYZ in Person völlig ungeeignet ist. Sie hat bereits als Zeugin berichtet, dass Sie sich von dem vermeintlichen Opfer über die angeblichen Taten hat berichten lassen und dass man dann „im Team“ besprochen habe, wie man dem vermeintlichen Opfer helfen könne.

Frau XYZ hat also schon damals ihre Aufgabe nicht verstanden und hat gegen die Grundsätze der psychosozialen Prozessbetreuung in eklatanter Weise verstoßen. Sie hat schon damals dazu beigetragen, dass das vermeintliche Opfer zwischen tatsächlichen Erinnerungen und therapierten Pseudoerinnerungen nicht mehr unterscheiden kann.

Frau XYZ ist also ungeeignet wegen mangelnder Fachkenntnis und weil sie auch als Zeugin aufzutreten hat, denn sie wird bestätigen, dass sie über die angeblichen Vorfälle informiert war, dass sie diese im Team besprochen hat und dass sie das vermeintliche Opfer dann mit dem Teambesprechungsergebnis infiltriert hat.

Nun wird man sich wohl die Popcorn-Tüte bestellen können.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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2 Antworten zu Psychosoziale Prozessbetreuung und Steuergeldverschwendung die Zweite

  1. Lord_SK schreibt:

    Wildwasser e.V.?

  2. Dipl. Händchenhalter, LL.M. schreibt:

    Die psychosoziale Prozessbegleitung ist eine Ergänzung(!) zum Nebenklagevertreter. Diese leistet keinerlei Rechtsberatung sondern enthält sich hierzu. Warum die Begleitung ein Nachteil für den Angeklagten darstellen soll, will sich mir einfach nicht erschließen. Daher sehe ich beim bestem Willen auch keinen Verstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren bzw. der darin implizierten Waffengleichheit.
    Ob ein Anspruch auf die Beiordnung einer psychosoziale Prozessbegleitung gegeben ist, richtet sich schlicht und einfach danach, ob die Vorraussetzungen des § 406g Abs.3 StPO vorliegen oder nicht.

    Dass diese Aufgabe auch von der bereits beigeordneten Rechtsanwältin übernommen werden kann, ist vollkommener Unsinn und im Übrigen irrelevant. Eine Rechtsanwältin ist eine Rechtsanwältin und in aller Regel eben keine ausgebildete Psychologin/Pädagogin. Abgsehen davon, dass Sie daher die erfoderliche Qualifiktation, die sich aus dem „Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren vom 21. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2525, 2529)“ ergibt, nicht besitzt, ist es auch nicht der Wille des Gesetzgebers, dass eine Nebenklagevertreterin diese Funktion übernimmt. Gerade aus dem Grund gab es die Gesetzesreform und die neue o.g. Rechtsgrundlage.

    Nur in einer Sache stimme ich zu. Sollte die Kollegin tatsächlich Gespräche über den im Strafverfahren behandelten Sachverhalt geführt haben, ist das höchst unprofessionell und Sie hat Ihre Aufgabe nicht verstanden.

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