Informations- und Beratungsgespräch nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG)

Prostituierte als Berater nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG)?

Man kann gespannt sein, bei welche Behörden die Anmeldungen zur Prostitutionsausübung nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) einzubringen ist, und ob das von Bundesland zu Bundesland verschieden gehandhabt wird.

Auch ist spannend, welche Personen mit welcher Qualifikation (Berufserfahrung?) das obligatorische Informations- und Beratungsgespräch durchführen werden und ob und welche Gebühren dafür erhoben werden.

Wie soll ein Outing verhindert werden, wer bekommt die Daten die erhoben werden, haben zum Beispiel Polizei, Krankenkassen oder wer auch immer Zugriff auf diese Daten; die Unsicherheit geht um mit der realen Befürchtung, dass möglicherweise das Prostitutionsgewerbe durch die geplanten Maßnahmen eher ins Verborgene gedrängt wird als dass hier tatsächlich „Schutz“ generiert wird.

Das Informations- und Beratungsgespräch müsste, soll es Sinn machen – wenn das überhaupt möglich ist –  von Personen geführt werden, die sich in dem Gewerbe auskennen; und zwar nicht auskennen im Sinne „kriminalistischer Erfahrung“, der größten Heiße-Luft-Ausrede aller Polizeibeamten, denen nichts mehr einfällt, sondern tatsächlich auskennen. Ein neues Arbeitsfeld für ehemalige Prostituierte, oder vielleicht Freier?

Und Dolmetscher oder Übersetzer? Wie soll das geregelt werden, wenn z.B. eine arabisch sprechende Frau in einem Beratungsgespräch auf einen islamgläubigen Dolmetscher trifft?

Fragen über Fragen, wobei nicht der Eindruck entsteht, dass diese bis zum 01.07.2017 auch nur ansatzweise beantwortet werden können.

Es entsteht gerade ein Netzwerk zur umfassenden Beratung auf diesem Problemfeld, demnächst mehr und Weiterführendes.

DSC02982

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Informations- und Beratungsgespräch nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG)

  1. TS schreibt:

    > Und Dolmetscher oder Übersetzer? Wie soll das geregelt werden, wenn z.B. eine arabisch
    > sprechende Frau in einem Beratungsgespräch auf einen islamgläubigen Dolmetscher trifft?

    Da befürchte ich auch ähnliche Probleme und Skandale, wie in der Behandlung von Flüchtlingen durch das BAMF und Landesbehörden, wenn nicht auf qualifizierte und der Standesethik verpflichtete DolmetscherInnen bestanden wird — oder zumindest Personen, die eine gewisse Gewähr für diesbezügliche Zuverlässigkeit geben, auf die Probleme der Tätigkeit hingewiesen werden, und von kompetenten Fachleuten beaufsichtigt, geholfen, und begleitet werden.

    TS – öffentlich bestellter und allgemein beeidigter Dolmetscher und Übersetzer

Kommentare sind geschlossen.