Tätertrennung vom Feinsten

Auf einer Bank

Tätertrennung ist fast immer angesagt, wenn zwei oder mehr Täter zusammen eine Tat begangen haben sollen, damit man sich nicht absprechen kann, oder auch vermieden wird, dass untereinander Druck ausgeübt wird.

Das führt dann dazu, dass mehrere Täter in verschiednen Gefängnissen oder zumindest in verschiedenen Abteilungen eines Gefängnisses untergebracht werden, getrennt transportiert werden, an keinen Gemeinschaftsveranstaltungen teilnehmen dürfen etc. Viel Aufwand, peinlich genau kontrolliert, Kosten verursacht das auch.

In einem Verfahren vor einem Landgericht wurde das auch so angeordnet, bei einem Außentermin während der Hauptverhandlung musste der Gefangenentransporter extra zweimal fahren, damit die beiden Angeklagten keinesfalls miteinander reden können.

Nun plötzlich teilt einer der Angeklagten am x-ten Verhandlungstag mit, der andere Angeklagte habe ihm „im Bus“ etwas bestimmtes gesagt.

Ungläubiges Nachfragen von allen Beteiligten: Ja, man hat über Monate beide Angeklagte sauber getrennt, sie getrennt untergebracht, sie getrennt zum Auswärtstermin gefahren, aber auf dem Weg von etwa  2 Kilometern von der Justizvollzugsanstalt zum Landgericht hat man – wirklich – beide Angeklagte zusammen in einem Bus gefahren – fein nebeneinander auf einer Sitzbank.

Dumm gelaufen gefahren.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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