Geile Plädoyers

Früher war alles anders!?

Was man so alles als Plädoyer verkauft, finde ich schon beeindruckend und beachtenswert.

In einem Verfahren vor einem Landgericht irgendwo zwischen Bodensee und Ostsee liest der Sitzungsvertreter nach ca. 50 Verhandlungstagen jetzt die Anklage vor und streut hin und wieder die Anmerkung ein, dass sich das eine oder andere durch die Hauptverhandlung bestätigt hat.

Ist die freie Rede eigentlich mittlerweile verboten? Muss man ablesen, dazu noch als Staatsanwalt die Anklage als Plädoyerersatz?

Ich finde es – mal wieder – peinlich; ist aber nur die Silbermedaille.

Die Goldmedaille geht an einen Kollegen, den ich wenig schätze. Der fährt auf Staatskosten (Pflichtverteidiger) hunderte von Kilometern zu einem Revisionsgericht zur mündlichen Verhandlung und bringt einen Kollegen mit. Der Kollege liest dann – siehe oben: freies Reden verboten? – gefühlte 15 Seiten vor. Der beigeordnete Kollege, wichtig daneben sitzend, ergänzt das Plädoyer mit dem tragenden Satz: Ich habe nichts zu ergänzen!

Schöner Betriebsausflug auf Staatskosten für Nichtstun und wichtiges Rumsitzen. Noch peinlicher.

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und grüner Zwerg.

 

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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