Mandanten, die man gern hat

Dünne Bretter

Es gibt immer mal wieder potentielle Neumandanten, die schon vorab zunächst betonen, dass man nur deshalb demnächst mit einem oder gar mehreren Mandaten aufschlagen will, weil man genau weiß, dass man jetzt endlich den besten, fähigsten, tollsten, megageilsten Anwalt gefunden hat und dass alle anderen und bisherigen Anwälte eigentlich kompletter Schrott sind.

Auch wenn man dann mitteilt, wie hoch der Vorschuss sein soll, der dann gelatzt werden soll, bevor man sich genauer anhört, wo der Hase im Pfeffer liegt, wird noch groß getrommelt, kein Problem und selbstverständlich, man tut fast beleidigt, dass nicht noch mehr verlangt wurde.

Und dann: Termin vereinbart, keinen Vorschuss gezahlt, Termin nicht einmal abgesagt.

Und, Herr M-K. D., jetzt nicht einbilden, dass ich das nur wegen Ihnen schreibe! Sie sind nur einer von einigen Dummschwätzern, die was weiß ich für wichtig tun und dann nicht einmal dünne Bretter gebohrt bekommen.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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2 Antworten zu Mandanten, die man gern hat

  1. RA Ullrich schreibt:

    Bei potentiellen Neumandanten, die gleich nach der Begrüßung bereits über mehrere zuvor tätige unfähige Anwälte herziehen, ist sowieso Vorsicht geboten. Es mag zwar sicherlich schlechte Anwälte gegen und gelegentlich auch mal vorkommen, dass ein Mandant mehrfach in Serie an solche gerät, statistisch häufiger stellt sich jedoch schnell heraus, dass die bisherige Unzufriedenheit mit gleich mehreren Kollegen in Folge seine Grundlage entweder in besonderen Eigenheiten des Mandanten oder im schlechten Fall hat (wenn man halt nunmal seine Ansprüche nicht beweisen kann oder bereits aus Rechtsgründen einfach eindeutig unrecht hat, führt auch mehrfaches Auswechseln des Anwalts nicht zum Erfolg). Da muss der Vorschuss schon ordentlich sein, damit ich riskiere, in ein paar Monaten aus von mir nicht zu vertretenden Gründen der nächste „unfähige Anwalt“ zu sein, der im Klagelied des unzufriedenen Mandanten besungen wird.

  2. Phillipp schreibt:

    Ich kann aus leidvoller Erfahrung berichten: das ist nicht nur bei Anwälten so. Kunden von IT-Dienstleistern, egal ob Geschäfts- oder Privatkunden, können das gleichermaßen. Bei Geschäftskunden sind es aber immer Einzelunternehmer.

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