Mittelgebirgisches Landrecht

An anderer Stelle wäre es vielleicht Rechtsbeugung

Zwei Herzen in einer Brust. War früher alles besser? Da wurde mal eben etwas abgesprochen, es wurde dann so gemacht, und dann war der Prozess vorbei

Dann kam der BGH, dann wurde ein Gesetz erfunden, dann kamen wieder BGH und Bundesverfassungsgericht. Absprachen werden zum Horror, wenn man alles richtig machen will.

Und wenn man nicht alles richtig macht, laufen jedenfalls Staatsanwälte oder Richter auch noch Gefahr, dass sie selbst strafverfolgt werden. Ob das alles sein muss? Zwei Herzen!

In den letzten Tagen dann in einem Amtsgerichts in einem Mittelgebirge. Der Vorsitzende teilt ziemlich deutlich mit, was er davon hält, dass der angebliche Opferzeuge zum zweiten Mal nicht erscheint und lässt erkennen, dass es bei der Zustimmung zur Verlesung seiner Aussage einen Freispruch geben wird; der Staatsanwalt sträubt sich nicht.

Ob davon etwas im Protokoll steht? Nun, ich werde es nicht überprüfen, es kam zum angekündigten Freispruch und alle waren zufrieden.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Mittelgebirgisches Landrecht

  1. Flo schreibt:

    Gab die vorgelesene Aussage des Zeugen auch den Freispruch her oder war das Resultat mehr der gewünschten Erledigung der Akte geschuldet?

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