Honorarversprechen

Nichts geht ohne Vorschuss

Aus aktuellem und gutem Grund: Vor Jahren hatte ich mal nachgerechnet, was denn so wäre, wenn alle Mandanten die ausstehenden Honorare gezahlt hätten. Ich habe mich erschrocken, für eine neue, gut ausgestattete Mittelklasselimousine hätte es gereicht.

Deshalb seit dieser Zeit nur noch gegen Vorschuss! Wie sagt der liebe Kollege Carsten R. Hoenig immer zu den Mandanten: Wer nur so tut, dass er mich bezahlt , bekommt von mir auch nur, dass ich so tue, als würde ich arbeiten.

Vor einigen Tagen wieder so ein Kandidat. Hatte ihn vor Wochen angeschrieben und um einen Vorschuss gebeten. Eine Erinnerung. Sein Anruf: Ich überweise morgen. Ergebnis: Nichts!

Heute dann ein Anruf mit der Frage an das Sekretariat, ob denn schon die Akten da wären, warum denn das alles SOOOO lange dauern würde.

Die Antwort:

Weil er seinen Vorschuss noch nicht gezahlt hat!

soll ihn wohl nicht besonders amüsiert haben.

Vielleicht sollte er sich für ein paar Euro mal etwas kaufen, das ihn daran erinnert, dass er irgendwann einmal „morgen“ bezahlen wollte.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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2 Antworten zu Honorarversprechen

  1. Non Nomen schreibt:

    Ich habe mich erschrocken, für eine neue, gut ausgestattete Mittelklasselimousine hätte es gereicht.

    Jetzt habe *ich* mich aber wirklich erschrocken: rawsiebers im Zusammenhang mit Mittelklasse und auch noch Limousine lesen zu müssen. Ich hoffe, solch böse Gedanken gehen schnell vorbei. Vielleich helfen ja schon 24 Stunden in Le Mans?

  2. Thomas W. schreibt:

    Als junger Anwalt habe ich die Warnung meines Ausbilders, nur gegen Vorschuß zu arbeiten, in den Wind geschlagen. Fand ich irgendwie unverschämt, ohne Vorleistung gleich Kohle zu verlangen. Im Laufe der Jahre hatten sich dann so 60.000,- Euro nicht bezahlte Rechnungen angesammelt. Seit dem verlange ich – nicht bei allen Mandanten, aber bei jenen, die erfahrungsgemäß nach Zahlungsunwiligkeit „riechen“ – Vorschüsse.

    Dabei gilt: alles, was im weitesten Sinne mit Betrug zu tun hat, verlangt nach erheblichen Vorschüssen. Wer beschuldigt wird, andere nicht bezahlt zu haben, wird im Zweifel auch seinen Anwalt nicht bezahlen.

    Auch bei Rechtsschutzversicherungen sollte man stets einen Vorschuß verlangen. Nach getaner Arbeit sind die Versicherer nämlich oftmals der Ansicht, die Arbeit sei gar nicht so viel Wert oder der Streitwert nicht so hoch gewesen, weshalb man großzügig kürzen dürfe.

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