Ausgefuchste Polizeiarbeit

So wirst Du ganz schnell zum Täter

Eine Schlägerei, ziemlich übel, zum Schluss mit Tritten an den Kopf eines Opfers.

10 Zeugen, 10 voneinander abweichende Sachverhaltsschilderungen, unterschiedliche Personenbeschreibungen.

Die Polizei führt dann mit den Zeugen sequentielle Wahllichtbildvorlagen durch, jeweils 16 Fotos werden vorgelegt, die Polizei macht sogar mal kaum etwas falsch.

Einer der Zeugen sagt dann:

Bild 5: Die hier abgebildete Person könnte der Haupttäter sein. Der hatte auch diese Frisur und die Gesichtsform und so einen Ohrstecker.

Bild 7: Der hat Ähnlichkeit mit dem auf Bild 5, könnte es also auch sein. Ähnlicher war aber der auf Bild 5.

Bild 9: Der könnte dabei gewesen sein, aber nicht als Haupttäter.

Super, also wurde von dem Zeugen niemand wiedererkannt, es wurden lediglich Ähnlichkeiten festgestellt.

Und was macht zwei Seiten weiter ein erwachsener Polizeiobermanipuliererkommissar daraus?

Die von dem Zeugen wiedererkannten Personen … bla bla bla

Und schon gibt es drei Täter in der Akte. So schnell kannst gehen, wenn man an den richtigen Manipulierer gerät.

Einzelfall? Eher die Regel, leider!

LG Halle 012

 

 

 

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Ausgefuchste Polizeiarbeit

  1. RA Ullrich schreibt:

    Hmm…, sollte man nicht bei einer sequentiellen Wahllichtbildvorlage normalerweise genauso wie bei der alternativen Wahllichtbildvorlage jeweils eine Serie pro vom Zeugen beschriebenen Täter machen, in denen dann auch nur Bilder sind, auf welche die grobe Beschreibung passt? Hier wurden ja anscheinend alle Verdächtigenfotos mit ein paar Dummies in einer einzigen Serie gemischt.

Kommentare sind geschlossen.