Laberfittich

Zum Kotzen

Der Kollege, der einen Mitangeklagten vertritt, ist diesem vom Gericht als Pflichtverteidiger beigeordnet worden. Im Gerichtstermin erscheint sein Mandant nicht.

Ohne gefragt zu werden, beginnt der Kollege, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Der Angeklagte sei trotz seiner „Vorladung“ auch in seinem Büro nicht erschienen, man habe lediglich mal 10 Minuten miteinander telefoniert.

Und in den letzten Tagen habe ihm die Ehefrau des Mandanten telefonisch mitgeteilt, dass der Angeklagte bei Gericht nicht erscheinen werde, weil er sich zurzeit auch in seiner Heimat (Ausland) aufhalte.

Das Gericht hat sodann aufgrund dieser Information fein und säuberlich einen Haftbefehl erlassen.

Der Kollege glaubt wohl, dass, wenn das Gericht in beiordnet, seine Verschwiegenheitsverpflichtung entfällt und er alles erzählen sollte, was dem Mandaten schaden kann, damit er auch seine nächste Beiordnung nachgeschmissen bekommt.

Zum Kotzen, solche „Kollegen“.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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5 Antworten zu Laberfittich

  1. Christoph Nebgen schreibt:

    Und: Es ist keine Bösartigkeit, es ist Dummheit!

  2. Victor Hahn schreibt:

    Frage vom Laien: Strafbarkeit des Kollegen?!

  3. Carsten R. Hoenig schreibt:

    Und die Staatsanwaltschaft auf der anderen Seite? Vermerk über dieses Verhalten (§ 203)? Ich rate mal: Nicht.

  4. RA Schepers schreibt:

    Vor den Dummen müßt Ihr Euch in Acht nehmen…

  5. Flo schreibt:

    Hat der Mandant eigentlich noch nachträglich eine Chance herauszufinden, über Gerichtsprotokolle etc, was ihm den Haftbefehl eingebracht hat? Das müsste doch ein guter Ansatzpunkt sein die Entpflichtung mangels vertrauen zu beantragen.

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