Frei erfunden

Berliner Presse und die suggestive Unwahrheit

Manchen Reportern sollte man sofort das Weiterarbeiten verbieten. Da gibt es Scharlatane, die aus bestimmten Vorkommnissen der Wahrheit zuwider angebliche Tatsachen konstruieren, die schlicht als Lüge einzustufen sind.

So in jüngster Zeit ein Fantasieorgasmus bezüglich eines Vorkommnisses beim Landgericht Berlin.

Weil die zuständige Strafkammer offenbar Schöffen so spät geladen hat, dass diese gar nicht erst erschienen sind oder ihre Belange wegen Urlaub, Krankheit oder was auch immer anbringen konnten, erschien am ersten von vielen Verhandlungstagen kein Schöffe.

Der Prozessauftakt „platzte“ also aus Gründen, die allein von der Justiz zu vertreten waren.

Und was macht die Presse daraus?:

Das Gericht fand keine Schöffen, die bereit waren, an dem Prozess gegen das berüchtigte Mitglied einer arabischen Großfamilie teilzunehmen. Das ist bisher einmalig in der Berliner Justizgeschichte.

Erstunken, erlogen, erfunden, einfach Quatsch!

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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3 Antworten zu Frei erfunden

  1. Volker Ahlgrimm schreibt:

    Die Schöffen haben/mussten sicher aus vielerlei Gründen den Termin absagen, nur nicht aus dem Grund, den die Presse schrieb (Angst, etc.).
    Schöffen erfahren vor einem Gerichtstermin garnicht, um welche Personen, bzw. Straftaten es dann in dem jeweiligen Termin geht.
    Man kann sich darüber zwar streiten, aber das ist eine andere Sache.

  2. Pingback: Sehr geehrte Frau Anne Losensky | Medien | Kanzlei Hoenig Info | Strafverteidiger in Kreuzberg – Kanzlei Hoenig Berlin | Strafrecht und Motorradrecht

  3. RA Ullrich schreibt:

    Sicher? Ich muss gestehen, ich weiß nicht genau, wie die Ladung an einen Schöffen aussieht. Aber in der Ladung an einen Zeugen steht z.B. typischerweise drin „In dem Strafverfahren gegen … [Name] wegen …. [abstrakte Bezeichnung des Straftatbestandes] werden Sie hiermit zum Hauptverhandlungstermin …. [Orts- und Zeitangaben] … als Zeuge geladen. “ Steht in der Ladung an einen Schöffen der Name des Angeklagten wirklich nicht drin? Wäre m.E. beim Schöffen doch sogar noch eher sinnvoll, das vorab mitzuteilen, damit der Schöffe Gründe für seine mögliche Befangenheit bzw. seinen Ausschluss vorab prüfen kann und nicht im Termin z.B. plötzlich merkt, dass der Angeklagte sein Schwager ist.

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