Das letzte Wort – oft tödlich

Redeschwall

Immer wieder rate ich meinen Mandanten, insbesondere, wenn sie als Angeklagte im Verfahren geschwiegen haben, ihr „Letztes Wort“ nicht wahrzunehmen oder sich nur den Worten des Verteidigers anzuschließen.

Oft musste ich miterleben, dass Angeklagte sich mit ihrem „Letzten Wort“ um Kopf und Kragen geredet haben, weil sie völlig falsch einschätzen, wie die Prozesssituation tatsächlich ist.

So heute bei einem Mitangeklagten, der von seinem Verteidiger leider nicht das „Letzte-Wort-Verbot“ erhalten hat. Er wäre sicher freigesprochen worden, weil ihn niemand erkannt hatte, insoweit war bis dahin sein Schweigen die einzig richtige Strategie.

Sein letztes Wort, in dem er sagte, dass es gar nicht stimme, dass er zugeschlagen habe, er habe nur in Notwehr zurückgeschubst, führte dann locker und zwangslos zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Kann sich der Verteidiger auf die Fahne schreiben.

Die Karte, die man zieht

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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2 Antworten zu Das letzte Wort – oft tödlich

  1. Manfred Tessmann schreibt:

    Das kann ich für Arbeitsgerichtsprozesse auch nur bestätigen. Da gibt es zwar nicht das sog. letzte Wort, aber manchmal reden sich Mandanten um Kopf und Kragen und riskieren nichtsahnend Klageabweisungen in Kündigungsschutzprozessen oder Ansprüche gehen unter!

  2. Martin Overath schreibt:

    Bei der Qualität mancher Strafverteidiger empfiehlt es sich für Angeklagte, sich dem Plädoyer des Staatsanwaltes anzuschließen.

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