Beschleunigtes Verfahren beim Amtsgericht Rostock

Warum nicht viel öfter?

Das „beschleunigte Verfahren“, ein Instrument der Strafprozessordnung, dass viel, viel öfter zur Anwendung kommen sollte, wenn es Sinn macht, die „Strafe auf dem Fuße“ folgen zu lassen.

Gerade auch in Haftsachen, wenn völlig klar ist, dass am Ende höchstens eine Bewährungsstrafe im Raum steht, stellt es einen Verstoß gegen das besondere Beschleunigungsgebot in Haftsachen dar, wenn trotz Vorliegens der Voraussetzungen nicht auf das beschleunigte Verfahren zurückgegriffen wird.

In Rostock ging es jetzt einmal:

Ein 60-jähriger Mann, der in Warnemünde den Steuermann eines Fährschiffs mit einem Laserpointer geblendet hat, ist wenige Stunden nach der Tat verurteilt worden. Das Amtsgericht Rostock verhängte am Mittwoch in einem sogenannten beschleunigten Verfahren eine Freiheitsstrafe von vier Monaten wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr. Die Strafe wurde auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Wie die Wasserschutzpolizei in Rostock mitteilte, berichteten Besatzungsmitglieder des Fährschiffs am Mittwochmorgen, von einem grünen Licht aus einem Hotelfenster geblendet worden zu sein. Bei der Durchsuchung fanden Beamte den Laserpointer im Zimmer des 60-Jährigen.

Dank der schnellen Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Rostock und der Kriminalpolizei stand der Mann bereits am Nachmittag in einem beschleunigten Verfahren vor dem Strafrichter. Diese besondere Form des Strafverfahrens dient dazu, Sachverhalte mit einer einfachen Beweislage schnell und effektiv zu verhandeln.

Quelle: WELT

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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