Ohne Robe kein Urteil

Königlich bayrische Ignoranz

Lange kein „Robenstreit“ mehr, endlich machen sich die schwarzen Kittel mal wieder wichtig.

Die Geschichte der Robe begann mit dem Pranger für Spitzbuben.

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. soll die Robe für Anwälte eingeführt haben. Er hatte angeblich nicht viel übrig für Advokaten. Er erließ  am 15.12.1726 eine Kabinettsorder:

Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt.

Findet man in Augsburg wohl noch aktuell. Ich verstehe, dass ein Richter nicht arbeiten kann, wenn er einen Anwalt ohne Robe vor sich hat. Ich könnte auch nicht arbeiten, wenn ich mir manchen Richter ohne Kleidung vorstelle.

Weil ein Rechtsanwalt ohne Robe in einem Zivilprozess erschien, ließ ein Augsburger Amtsrichter den Prozesstermin platzen. Jetzt landet der Robenstreit vor dem LG. Der Anwalt wirft dem Richter Arbeitsverweigerung vor und verlangt Schadenersatz.

Quelle: lto.de

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Eine Untersuchung des Richters auf seine Dienstfähigkeit wird wohl nach geheimen Informationen nicht eingeleitet werden.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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6 Antworten zu Ohne Robe kein Urteil

  1. RA Bimmel schreibt:

    Vielleicht sollte der Richter mal § 20 Satz 2 BORA lesen. Da ist eigentlich geklärt, daß vor dem Amtsgericht keine Robenpflicht (weil kein Anwaltszwang) besteht. Vor dem Amtsgericht in Zivilsachen darf schließlich jeder aufschlagen und einen Prozeß führen, solange er nur eine Hose trägt.

  2. Anno Nüm schreibt:

    Das erinnert mich an ZPO-Hartmann. Wenn ein Kollege ohne Robe erschien, diktierte er in das Protokoll: „Es erscheint eine männliche Person, die von sich behauptet, Rechtsanwalt zu sein.“

  3. Henker schreibt:

    Den Grundsätzen der Prozessökonomie folgend, erscheint die folgende Lösung plausibel:

  4. Pingback: Selbstleseverfahren, Band 114 - Strafakte.de

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