Warum soll ein Polizeibeamter lügen?

Aus Gründen

(Fast) immer hört man von Richtern und Staatsanwälten die Frage:

„Warum sollte eine Polizeibeamter lügen, Herr Rechtsanwalt?“

wenn man als Verteidiger den Wahrheitsgehalt von Zeugenaussagen von Ermittlungsbeamten in Zweifel zieht.

Es gibt sogar Polizeibeamte, die sich beleidigt fühlen, wenn man Ihnen aufzeigt, dass dem Inhalt einer Strafanzeige die Unwahrheit auf die Stirn geschrieben steht (siehe www.vier-strafverteidiger.de ).

Einige Ordnungshüter aus Herford haben jetzt mal wieder die oft gestellte Frage (s.o.) sehr anschaulich beantwortet:

Weil sie selbst Dreck am Stecken haben!

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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5 Antworten zu Warum soll ein Polizeibeamter lügen?

  1. RA de Berger schreibt:

    Leider ist das Alltag in der Strafjustiz. Ein Bürger, der bei einer Polizeikontrolle hart angegangen wurde, erstattet Strafanzeige wegen Körperverletzung im Amt gegen den Polizeibeamten. Der Polizeibeamte daraufhin Gegenanzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung, gerne auch verbunden mit einer Klage auf Schmerzensgeld.

    Üblicherweise – obwohl auch diese Praxis völlig unverständlich ist – führt die Staatsanwaltschaft bei wechselseitigen Beschuldigungen immer jenen Anzeigeerstatter als Zeugen, der zuerst Anzeige erstattet hat, während der arme Tropf, der hechelnd als Zweiter auf dem Polizeirevier eingetroffen ist, immer der Beschuldigte ist.

    Umgekehrt wird diese allerdings dann Regel, wenn der Polizeibeamte der zeitlich zweite Anzeigeerstatter ist. Dann wird dieser selbstverständlich als Zeuge geführt, das Ermittlungsverfahren gegen ihn vorläufig eingestellt, der malträtierte Bürger als Beschuldigter geführt und nach dessen erwartungsgemäßer Verurteilung das Ermittlungsverfahren gegen den Polizeibeamten endgültig eingestellt.

    Daß die „objektivste Behörde der Welt“ sich derart parteiisch verhält, verwundert sicher niemanden mehr. Daß die allermeisten Richter genauso leichtgläubig nach dem Motto verfahren „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ und „Polizeibeamte lügen nicht“, ist allerdings traurig.

  2. SR schreibt:

    Aus Gründen:

  3. Ralfi schreibt:

    Da gibt’s nur eine Lösung: wir müssen uns irgendwo eine neue Welt bestellen.

  4. sowhy schreibt:

    Ganz einfach: Weil er sonst zugeben müsste, dass er Mist gebaut hat. Und weil sein berufliches Fortkommen leider nicht daran geknüpft ist, wie korrekt er ermittelt, sondern wie viele Fälle er möglichst schnell und möglichst einen Täter präsentierend abschließen kann.

    • Ralfi schreibt:

      Und warum ist das so?

      Weil die Bürger aus Spargründen an einer vernünftigen Personalausstattung von Polizei und Justiz nicht interessiert sind.

      Vielleicht wäre das auch eine Aufgabe der Anwälte, dies den Mandanten mitzuteilen, wenn schon die Politik hierzu nicht willens ist.

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