Kopfschütteln

Warum nur, warum?

Die Frau Staatsanwältin hatte vor 1,5 Jahren für die Taten des Angeklagten 2 Jahre und 2 Monate beantragt. In der Zwischenzeit sind nicht nur keine neuen Straftaten dazugekommen, im Gegenteil, der Angeklagte hat jetzt eine Festanstellung und in der Zeit Schadenswiedergutmachung im fünfstelligen Bereich geleistet.

Gut, denke ich in meiner kleinen naiven Welt, wird sie jetzt wohl bei etwa einem Jahr und sechs Monaten landen, über Bewährung kann man sicher streiten.

Aber, weit gefehlt, kleiner naiver Strafverteidiger. Auch jetzt meint sie, 2 Jahre und 2 Moante seinen angemessen; kein Wort zu den 1,5 Jahren, kein Wort zu der außergewöhnlichen Schadenswiedergutmachung.

Gut, dass mein Kopfschütteln von Gericht geteilt wurde und nun eine Strafe herauskam, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Kopfschütteln bleibt.

Es muss nicht immer Montblanc Solitaire sein

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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7 Antworten zu Kopfschütteln

  1. CTS schreibt:

    Ich denke,es kommt auf dass Delikt/Vergehen/Verbrechen an,dass begangen wurde,und wo der Mindesstrafrahmen anfängt….für dass jeweilige Delikt….bei einer Mindeststrafe,die bei zwei Jahren anfängt,ist mann mit 2jahren ,zum beispiel im unteren Bereich….oder liege ich falsch,wenn ich sage,es könnte sich theoretisch auch um eine „milde“´Strafe handeln….als hobbyjurist :))))),kenne ich mich zugegebenermassen,auch nicht wirklich aus ,mit den Grundsätzen der Strafzumessung….;)

  2. CTS schreibt:

    Dann ist es denke ich, ne eher harte Strafe,wobei mann sich als Fallfremder,auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen sollte,die genauen Umstände,kennen nur die Prozessbeteiligten….aber selbst als NICHTjurist,ich selbst mir klar,dass die Folgen der ausgeurteilten Strafe ,und die damit verbundenen Folgen,nicht beachtet wurden,hier verlust der Festanstellung,und ein durch die Haftstrafe soziales abrutschen des Täters,eine Haftstrafe ohne Bewährung erscheint hier doch eher ungeeignet….dürfen Richter ,sowas einfach ausblenden….???Für was gibt es denn sonst ,und vor alle dem weil es sich GRUNDSÄTZE der Strafzumessung schimpft,eben diese Grundsätze,wenn diese keine Beachtung finden…..irgendwie nicht ganz nachvollziehbar….

  3. Martin Overath schreibt:

    Erste Freiheitsstrafe? Typisches Berufungsurteil? Wenn nicht, ein Jahr und sechs Monate ohne Vollstreckungsaussetzung.

  4. Michael Huth schreibt:

    Ich verstehe es nicht ganz. Der Mandant hat vor 1,5 Jahren bereits eine Straftat begangen und jetzt wieder? Oder handelt es sich um dasselbe Delikt?

  5. RA Tatouille schreibt:

    Wenn man die Handakte erst 2 Minuten vor der Hauptverhandlung noch einmal überfliegt und hinten in der Lasche einen schönen Strafantrag von vor 1,5 Jahren findet, wäre es doch zuviel verlangt, sich kurzfristig noch einmal neue Gedanken zu machen. Was früher richtig war, kann doch heute nicht falsch sein (altes deutsches Juristenmotto).

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