Durchsuchung, Verhaftung, erste Vernehmung durch Polizei, Staatsanwalt oder Richter

Die Freundlichen sind die Schlimmsten

Lassen Sie sich bei diesen Anlässen ( Durchsuchung, Verhaftung, erste Vernehmung durch Polizei, Staatsanwalt oder Richter ) niemals von Polizeibeamten, Staatsanwälten oder Richtern blenden. Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss oder den Haftbefehl aushändigen, widersprechen Sie förmlich der Durchsuchung und insbesondere der Beschlagnahme.

Das Wichtigste: Reden Sie mit den einschreitenden Beamten auf keinen Fall. Oft wird das, was Sie sagen, anders aufgeschrieben, als Sie es meinten. Über Äußerungen außerhalb der förmlichen Vernehmung werden Vermerke gefertigt, die Sie später den Kopf kosten können.

Richter glauben in der Regel Polizeibeamten blind, wenn die später als Zeugen aussagen, dass das Protokollierte oder Vermerkte wörtlich so gefallen ist, wie von ihnen aufgeschrieben.

Polizisten, die Ihnen sagen, sie könnten Ihnen helfen, zum Beispiel beim Haftrichter ein gutes Wort einlegen, wollen fast immer nur erreichen, dass Sie reden – und zwar sich selbst um Kopf und Kragen. Also schweigen Sie in Ihrem eigenen Interesse und lassen Sie sich nicht blenden von Vernehmungsbeamten, die angeblich nur Ihr Bestes wollen.

Also: Keine Aussagen ohne Anwalt, auch nicht so nebenbei, insbesondere nicht bei Durchsuchungen, Verhaftungen, ersten Vernehmungen durch Polizei, Staatsanwalt oder Richter!

Mehr dazu hier!

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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5 Antworten zu Durchsuchung, Verhaftung, erste Vernehmung durch Polizei, Staatsanwalt oder Richter

  1. Matthias schreibt:

    Eine Frage zu diesen Vermerken: Ist es sinnvoll, waehrend der gesamten Durchsuchung ein Tonaufnahmegeraet mitlaufen zu lassen und die Beamten zu Beginn deutlich darauf hinzuweisen „Sie haben doch bestimmt nichts dagegen dass ich alles aufnehme was hier gesagt wird, damit es spaeter keine Missverstaendnisse gibt. Sie koennen natuerlich selbst auch eine Aufnahme anfertigen, aber bitte achten Sie darauf, dass das Geraet auch in wichtigen Momenten funktioniert und nicht der Akku leer wird.“

    Sinnvoll und erlaubt oder nicht?

  2. rawsiebers schreibt:

    Wenn das irgendwann mal irgendein Polizeibeamter oder Staatsanwalt irgendwo in Deutschland gestatten sollte, möge man mir das mitteilen. Ich lasse dann extra einen besonderen Tusch komponieren und von der nächstbesten Polizeikapelle im Tonstudio einspielen.

  3. T.H., RiAG schreibt:

    Vorher wird Schalke deutscher Meister….

  4. Matthias schreibt:

    Oje, kommt da echt sooo grosser Widerstand? Habe zum Glueck keine Erfahrung mit HD (oder sonstige Massnahmen ausser Zeuge bei einem VU). Aber warum stellen die sich so quer (wer nichts zu verbergen hat :D)) und vor allem. mit welchem Recht? Wenn ich nach Ankündigung trotzdem aufnehme und das Gerät nicht freiwillig rausgebe -wieviel Gewaltanwendung ist gerechtfertigt, um einen „Angriff“ mit einem Aufnahmegerät zu beenden?
    Wahrscheinlich, so wie ich Ihre Erfahrungen hier gelesen habe, kann ich mir dann mit dem Urteil, dass ein gewaltsames Beenden meiner Aufahme als rechtswidrig festellt, das Gäste-WC dekorieren. Konsequenzen für das Verfahren und die Beamten -null. Geile Sache.

    Wie sieht es denn aus, wenn ich eine Aufnahme durch die Beamten verlange? Ich habe doch als Beschuldigter das Recht, die Sicherung von Beweisen zu fordern, oder irre ich mich?

  5. Angie schreibt:

    ODER Sie sagen einfach nichts.

Kommentare sind geschlossen.