Verschwiegen wie ein Plappermaul

Die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht

Eine kurze Frage hat der Zeitungsmann, in welchem Ort denn mein Mandant wohnt, das muss er nur wissen, damit sein Artikel in der richtigen Lokalausgabe seiner Zeitung erscheint.

Mein Hinweis auf meine anwaltliche Verschwiegenheitspflicht auch solche Details betreffend trifft auf völliges Unverständnis; solch harmlose Fragen würden meine Kollegen „immer“ beantworten, ohne den Mandanten zu fragen.

Es überrascht mich eigentlich nicht mehr, wie wenig viele Rechtsanwälte und andere zur Verschwiegenheit verpflichtete Personen darauf geben, diese Pflicht zu beachten. Es wird halt gelabert und gelabert ….

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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5 Antworten zu Verschwiegen wie ein Plappermaul

  1. RA Gerth schreibt:

    Das wird tatsächlich nur ein Trick des Schreiberlings gewesen sein. Wobei ich mich auch immer wundere wenn der hier in der Nähe ansässige Starverteidiger auf dem Weg zur StA/Kripo zusammen mit dem Mandanten von der Lokal- und Boulevard-Presse begleitet, fotografiert und interviewt wird.

  2. schneidermeister schreibt:

    Vermutlich beantworten die Kollegen das deshalb, weil es ohnehin in der Hauptverhandlung bei der Feststellung der persönlichen Verhältnisse nach 243 Abs. 2 S. 2 abgehandelt wird, sie das nicht als speziell „anvertraut oder sonst bekannt geworden“ empfinden und meinen, dass man einem etwas schlafmützigen Journalisten, der am Beginn der HV nicht aufgepasst hat, das auch mitteilen darf.

  3. Fry schreibt:

    Bitte nicht so despektierlich. Journalistentricks sind nichts Illegales, und (gute) Journalisten erfüllen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft. Wie Rechtsanwälte.

    • RA Ullrich schreibt:

      @ Fry: Wenn es sich denn tatsächlich um einen Trick handelte und nicht um echte Blauäugigkeit, dann könnte man das durchaus unter der Überschrift „Anstiftung zum Geheimnisverrat“ als Straftat einordnen. Allerdings nur im Erfolgsfalle, die erfolglos versuchte Anstiftung ist nur bei Verbrechenstatbeständen strafbar.

      • rawsiebers schreibt:

        Nun, mit „Geheimnisverrat“ hat es nichts zu tun, denn Rechtsanwälte haben mit diesem Straftatbestand nichts zu tun. Aber Anstiftung zum Verstoß gegen eine Berufspflicht passt dann schon. Und die zwingt zum Schweigen – außer ich bin befreit- über ALLES, was mit dem Mandat zu tun hat. Ausnahmen ergeben sich aus BRAO/BORA.

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