Die Steuergeldverschwender aus Magdeburg

Fax vorab und Quatsch hinterher

Nun, alle wissen, dass Faxe nicht nur wegen möglicher Flatrates deutlich günstiger sind als normale Briefe, schneller, sicherer und der Zugangsnachweis ist wenigstens denkbar.

Vor diesem Hintergrund ist ein Brief statt einem Fax (bis auf wenige höchst seltene Ausnahmen) völliger Blödsinn.

Eine Potenzierung des Blödsinns sind dann Schreiben, die erst per Fax und dann noch als Brief abgesandt werden, hochwichtig und blödsinnig angekündigt mit: Vorab per Fax!

Geldverschwendung. Bei uns werden die nachträglich eingehenden Briefe, die wir als Fax schon längst in der Akte haben, schlicht geschreddert. Viele Rechtsanwälte bedienen sich dieser Portovernichtungsmasche; freut mich für die Kollegen, denn wer so dumm ist, Geld zu verbrennen, hat es nicht besser verdient.

Wenn aber Behörden diesem Schwachsinn fröhnen, sind es Steuergelder, die verbrannt werden. Und das ärgert mich. Wenn ich einem meiner Fahrzeuge 30 Liter SuperPlus für 100 km gönne, habe ich in eigener Verantwortung mir und vielleicht einem hartgesottenen Beifahrer einen Riesenspass gegönnt.

Wenn der Präsident eines Amtsgerichtes mir per Fax wegen eines eiligen Zwischenverfahrens (Befangenheit) per Fax Mitteilungen zukommen lässt und Fristen setzt, dann ist das schnell, gut und effektiv.

Wenn er dabei schon ankündigt, diese Übersendung erfolge:

„Vorab per Fax“

Fax

ist das schon leichte Scharlatanerie. Wenn er das dann aber umsetzt und Porto dafür ausgibt, dass mir die schon per Fax vorliegenden Schreiben 4 Tage nach Fristablauf nochmals per Post zugehen, ist das eine vorsätzlich das Gemeinwohl schädigende Steuergeldverschwendung in einem Ausmaß, dass die Verantwortlichen darüber nachdenken sollten, ob diejenigen, die das zu verantworten haben, für das, was sie tun, überhaupt geeignet sind.

Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Tausende und Abertausende eine einzelne Behörde pro Jahr verbrennt, die diesen Portowahnsinn betreibt.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Die Steuergeldverschwender aus Magdeburg

  1. RA Werner Siebers schreibt:

    Es ist ein Ding aus dem Tollhaus: Die Justizministerin Kolb des Landes Sachsen-Anhalt zu der Schließung einer JVA: Die Struktur des Justizvollzugs müsse jedoch so gestaltet sein, dass möglichst schonend mit Steuergeld umgegangen wird.

    Wenn nicht einmal in der Abteilung des Präsidenten eines Amtsgerichtes kostenbewusst gedacht wird, sollte die Dame vielleicht einmal schauen, was man so alles besser machen kann, ohne gleich ganze Einheiten zu schließen.

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