Keine Sorgen

Wenn man keinen Vorschuss hat, hat man einen Schuss

Kollegin diskutiert auf dem Gerichtsflur mit dem Mandanten, ob denn der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße, die das Gericht vorgeschlagen hat, zugestimmt werden soll. Die Kollegin redet sich den Mund fusselig, um dem Mandanten die Zahlung von 800,00 € schmackhaft zu machen, und macht deutlich, dass ihrer Einschätzung nach bei Ablehnung eine Geldstrafe zu erwarten sei, die deutlich höher liegt, vielleicht sogar eine Freiheitsstrafe.

Der Mandant findet die Einstellung ungerecht, eigentlich sei er der Betrogene, was die Staatsanwaltschaft wolle, verstehe er gar nicht, eigentlich wolle er bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. Außerdem sei er auf Hartz IV, bei ihm sei eh nichts zu holen. Aber, wenn die Anwältin meint, werde er unter ausdrücklichem Protest der Einstellung zustimmen.

Die sichtlich erleichterte Kollegin dann noch:

„Ach so, und meine Rechnung müssen Sie auch noch bezahlen!“

Mandant:

„Machen Sie sich darüber keine Sorgen, SIE bekommen Ihr Geld NATÜRLICH!“

Ich hätte gern mit der Kollegin gewettet, dass …..

Sieht so eine Staatsanwaltin aus?

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter bundesweit abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Keine Sorgen

  1. CTS schreibt:

    Vorschuss schön und gut Herr Siebers,der Bettel arme Jurist,muss ja auch irgendwie den Tank vollbekommen :))))…Aber seh ich es richtig,dass nur der jenige in Deuschland zu seinem Recht kommt,der Geld hat,zumindestens im Zivilrecht???Wenn dass so läuft,dann sind wir noch ziemlich weit weg,von gleiches Recht für alle….weil ich mal behaupte ,dass der Normalverdiener,keine 2000-3000 Euro für einen Rechtsstreit mit offendem Ende hat…..

    • rawsiebers schreibt:

      Im Zivilrecht gibt es Prozesskostenhilfe, außerdem sind viele rechtsschutzversichert. Also „kein Geld, kein Recht“ ist sicher – so allgemein gesagt – Unsinn. Im Strafrecht dann unter bestimmten Bedingungen die Pflichtverteidigung, so wird der Verteidiger vom Staat bevorschusst. Und es gibt auch gute Verteidiger, die bereit sind, für Pflichtverteidigergebühren tätig zu werden. Damit kann dann ein SEAT Mii gut betankt werden, es muss ja kein Martin sein.

  2. CTS schreibt:

    Na dann ist ja alles in Butter,und alle sind glücklich….dann ist es wohl spinnerei,dass mit grösserem Geldbeutel die Chance auf einen Freispruch steigt,oder dass wenn arm gegen reich klagt ,der mit dem grösserem Geldbeutel ,wohl den längeren Atem hat…ob im Mietrecht oder Arbeitsrecht,oder was weiss ich auch immer,oder dass die Retsschtsschutzversicherrung,spätenstens nach dem zweiten Fall kündigt….weil es ist schon ein Unterschied ,ob ich mir nen Schwenn leisten kann,oder nen Max Meier aus klein Muckelhausen…dass mit dem längeren Atem habe ich selbst schon erleben müssen…dass wurde mir frech ins Gesicht gesagt…“Mal schauen,wer die kosten länger stemmen kann“….tja da hatte derjenige recht ….und leider kannte ich damals noch keinen W.Siebers….ich kenne Sie zwar jetzt auch nicht,aber was mann so über sie liest ,liest sich auf jeden Fall gut:)))

Kommentare sind geschlossen.