Ein Schrei nach Liebe?

Wenn nichts hilft, hilft der Nazivergleich

Aus Gründen und aktuellen Anlässen verschiedenster Art weise ich darauf hin, wie leicht es für Redner ist, sich bei ausgehenden sachlichen Argumenten zum „Horst“ zu machen und sicherzustellen, dass man nicht mehr ernst genommen wird.

Mit Nazivergleichen gelingt das schnell und einfach.

Godwin’s law  ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von dem Rechtsanwalt und Sachbuchautor Mike Godwin schon 1990 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Nazi-Vergleich einbringt, sich dem Wert Eins annähert. Ähnlich wie Murphys Gesetz enthält es eine sarkastische oder auch ironische Dimension.

Zwar wird oftmals der Autor des Vergleiches zum „Verlierer“ der Diskussion erklärt. Der Text von Godwin’s law sagt jedoch weder aus, dass ein solcher Vergleich bedeute, dass die Diskussion vorbei sei, noch besagt er, dass der Verlierer gefunden sei.

Sicher ist aber, dass der Vergleichende ein „Horst“ ist.

Lebt es?

 

 

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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4 Antworten zu Ein Schrei nach Liebe?

  1. RAREgister schreibt:

    Oh, war da jemand ein Arschloch?

  2. Anonym schreibt:

    Potsdam?

  3. RAREgister schreibt:

    Gibt es in Potsdam Arschlöcher?

  4. Fry schreibt:

    Das wahrhaft Erschreckende am Dritten Reich ist m.E. die Erkenntnis, dass die Nazis eben keine singulären „Monster“ waren, sondern Menschen „wie du und ich“. Mit anderen Worten: zu solchen Taten sind viele, vielleicht die meisten „normalen“ Menschen fähig. In Anbetracht dieser Erkenntnis wundert mich immer wieder, warum ein Vergleich heute lebender Menschen mit Nazis (also früher lebenden anderen Menschen) gesellschaftlich so geächtet ist. Aber vielleicht ist es ähnlich wie mit Bildern von toten oder verletzten Menschen aus heutigen Kriegen. Diese druckt ebenfalls keine Zeitung. Vermutlich weil wir die Realität gar nicht so gerne erkennen wollen und lieber die Augen verschließen.

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