Aktenchaos im Potenz-Verfahren

Aussicht auf Einsicht?

Fein, wenn man als Verteidiger sicher sein kann, mit komplettem Aktenmmaterial versorgt zu werden. Wie bereits hier und dort berichtet, gibt es Behörden und Gerichte, die sich insoweit ein wenig schwer tun.

Dazu gehören ziemlich sicher auch die Staatsanwaltschaft Potsdam und das Landgericht Potsdam; wenn man von dort etwas über Akteneinsicht erfährt, hält man das bald nur noch mit Pillen aus.

Neuester Klopfer:

Den Inhalt der CD vermag ich allerdings nicht zu prüfen, da die Arbeitsplätze der Richter weder über ein CD-Laufwerk verfügen, noch etwa ein Laptop vorhanden ist.

Demnächst zu erwarten: Faxen können wir noch nicht, aber die Postkutsche ist schon unterwegs.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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12 Antworten zu Aktenchaos im Potenz-Verfahren

  1. Kai Fett schreibt:

    Ich komme ja so langsam eher in die Situation, dank Chromebook, Tablet, Smartphone, Online-MP3-Shop und Cloudstorage bald nichts MEHR mit CDs und DVDs anfangen zu können. Das kann nur noch der alte angestaubte Desktop-PC…

  2. Hans A. schreibt:

    Optische Laufwerke gehören inzwischen nicht mehr zur selbstverständlichen Grundausstattung von PCs und Faxgeräte nicht mehr zur selbstverständlichen Büroausstattung. Beide Techniken sind eindeutig unpraktisch und veraltet und werden nur noch künstlich am Leben gehalten. Evt. hat die IT-Abteilung des Gerichts kürzlich die Hardware erneuert und war sich der besonderen Anforderungen im juristischen Umfeld nicht ausreichend bewusst. Oder man hat dort bei einer Ausschreibung vergessen, explizit optische Laufwerke zu fordern, weil man sie selbst noch für selbstverständlich hielt.

  3. rawsiebers schreibt:

    Bei DER Justiz hat man vermutlich gerade von Bleistift auf KUGELSCHREIBER UMGESTELLT.

    • T.H., RiAG schreibt:

      Aber erst, nachdem gegenüber dem Bezirksrevisor nachgewiesen wurde, dass der Bleistift wirklich bis zur Unbenutzbarkeit verschlissen ist. Vorher wird da nicht einfach so neumodisches Zeug angeschafft für teures Geld.

  4. IT-Beauftragter schreibt:

    Nicht nur bei Behörden und in der Justiz, sondern auch in großen Unternehmen wird mittlerweile aus Sicherheitsgründen vielfach darauf verzichtet, über entsprechende Laufwerke bzw. Schnittstellen oder über eine Internetanbindung die Einspeisung externer Daten zu ermöglichen, da man weltweit die Erfahrung gemacht hat, nur so halbwegs wirksam das Eindringen von Spy- und Schadsoftware in die Netzwerke verhindern zu können. Insofern fragt sich, wer hier eigentlich technisch auf dem neueren Stand ist.

    • T.H., RiAG schreibt:

      Also wenn es in der Justiz an technischer Ausstattung fehlt sind Sicherheitsgründe eigentlich nie die Ursache.

    • deidaw schreibt:

      Äh.
      Wie kommen die Computerdrohnen in den Unternehmen dann an die Daten, die die brauchen?
      Kein USB, kein Firewire, kein optisches Laufwerk?
      Haben die dann ausschließliche systemeigene Wechsel-HDDs? Nur noch Intranet?
      Off topic, wüßte ich aber irgendwie gerne.

      Aber ich glaube, das bei dem ungleichmäßigem Technikstand aller Beteiligten NUR der neuste Stand auch nicht immer der beste ist.
      Eigentlich bräuchten Gerichte (und alle anderen) jeden Stand. Von der Floppy bis zum eigenen Webserver.
      Wer weiß, welchen Datenträger die datenbeschlagnahmende Polizei als nächstes anschleppt? Die Großpackung Disketten von damals muß noch weg!

      • T.H., RiAG schreibt:

        Die 5 1/4- Zoller würden wenigstens schöne Erinnerungen an den guten alten C 64 hervorrufen. 🙂

  5. deidaw schreibt:

    Das billigste externe DVD-Laufwerk in einem der größeren Internetshops für Computerkrempel: 25 Euro. Kann sogar brennen! Über USB!

    USB haben die ja, oder?

    • Bert schreibt:

      USB haben die, ja. Der eigenmächtige Anschluss externer Geräte ist aber leider untersagt und daher ein Dienstvergehen. Und selbst die Benutzung des richtereigenen (verschlüsselten) USB-Stick muss vorher durch den LG-Präsidenten genehmigt werden.

      • deidaw schreibt:

        Aber der LG-Präsi kann doch das DVD-Laufwerk eigenhändig anschließen, Klebeband drum und mit letzteres mit Stempel versiegeln. Zack, DVDs!
        Aber vermutlich darf man so ein Teil nicht einfach bestellen. Bedarfs- und Nutzenanalyse, Kostenermittlung, Einholen von mindestens drei Angeboten, Bestellung bei dem schlechtesten, teuersten Händler der zu finden war usb, äh, usw. Kostet dann wahrscheinlich 5769,99 Euro/Stück.

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