Faulheit oder gezielter Gesetzesverstoß?

Ankläger als Manipulateure

Der Staatsanwalt, der fair ist und das Gesetz kennt, baut seine Anklage so auf, wie es die Strafprozessordnung vorschreibt: Er unterteilt in den „Anklagesatz“ (den abstrakten und den konkreten), der in der Hauptverhandlung verlesen wird, und das wesentliche Ergebnis der Ermittlungen, das in der Hauptverhandlung nicht verlesen werden DARF!, um zu verhindern, dass z.B. Schöffen beeinflusst werden.

Der Staatsanwalt, der – schlimm genug – keine Ahnung hat, oder der Staatsanwalt, der – deutlich schlimmer – unlauter und subtil die Schöffen beeinflussen will, packt so viel wie möglich des wesentlichen Ergebnisses der Ermittlungen in den konkreten Anklagesatz, um schon mit der Anklageverlesung das „Böse im Angeklagten“ im Sinne einer direkt wirkenden Prangerfunktion in das Unterbewusstsein der Schöffen zu übertragen.

Wir nennen das „LRA“ für „Linke-Ratten-Anklage“. Diese „LRAs“ werden insbesondere dann gern genommen, wenn der Anklageverfasser genau weiß, dass sein Netz an erhofften Tatnachweisen so dünn und brüchig ist, dass er zunächst höchst subjektiv mit meist schon aus den Abschlussvermerken der Polizei sich ergebenden angeblichen unumstößlichen Schuldbeweisen, die reine Wertungen sind, versucht, die Schöffen auf seine Seite zu manipulieren.

Taschenspielertricks von Hütern der Unfairness.

Ach, da fällt mir noch ein schöner Witz Satz ein:

Aus dem Streben des Staatsanwaltes nach Wahrheit und Gerechtigkeit folgt, dass er alle Beweismittel aufführt, die er zur Aufklärung für erforderlich hält, auch die entlastenden.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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2 Antworten zu Faulheit oder gezielter Gesetzesverstoß?

  1. Martin Overath schreibt:

    Es gibt Schöffen, die gescheiter sind als ein manipulierender Staatsanwalt und deshalb sehr wohl die relevanten Dinge heraushören.

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