Es muss nicht immer Haschisch sein

Wer sucht, der findet

Der Bericht des Polizeibeamten war erstaunlich: Wie aus dem Lehrbuch beschrieb er die „typischen Merkmale des Drogenkonsums“ bei dem Mandanten, den er anlässlich einer allgemeinen Verkehrskontrolle herausgefischt hatte. Gerötete Augen, flatternde Lider, unnatürliche Schweißabsonderung, nervöse übersteigerte Bewegungen, …, da passte alles. Ganz stolz berichtete der Polizist auch, dass er ganz frisch auf einem Lehrgang geradezu aufgesogen hatte, woran er was erkennt und dass es deshalb keinen Zweifel daran geben könne, dass der Mandant berauscht sein Kraftfahrzeug geführt habe.

Mein Mandant, der von sich wusste, dass er noch nie in seinem Leben Drogen konsumiert hat, sich fast vegan ernährt (ich fresse nix, was ein Gesicht hat!) und trotzdem aussieht, wie das blühende Leben, hatte den Drogenschnelltest abgelehnt und sich Blut abzapfen lassen, weil er genau wusste, was herauskommt.

Ergebnis jetzt: Null Komma Null von irgend etwas!

Merke: Wenn man vom Drogen-Lehrgang kommt, kann die Wahrnehmung schon einmal heftig getrübt sein und ein ungesunder Jagdeifer entstehen.

Vielleicht sollte man POK M. mal eine Pause hinter dem Schreibtisch gönnen, damit ihm die Drogen aus dem Kopf gehen.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Es muss nicht immer Haschisch sein

  1. RA Jacquemien schreibt:

    Das Phänomen gibt es aber auch bei Kollegen. Gerade wenn diese frisch vom FA-Lehrgang kommen.

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