Das war knapp

Immer diese Motherfucker

Auf dem Gerichtsflur raunt mir ein zuvor über eine Stunde von mir durchgekneteter Zeuge im Beisein seines Anwalts zu:

„Ich ficke Deine Mutter?“

Meine Frage, ob er denn nicht in der Lage sei, auf seinem Alter entsprechende Damen zurückzugreifen und unter einer Sexualstörung leide und nicht lieber eine entsprechende Therapie einfädeln wolle, wenn er auf meine betagte Mutter zurückgreifen müsse, erzeugte in ihm Bewegungen, die darauf deuten ließen, dass er einen kurzen Moment daran dachte, mich körperlich anzugehen.

Die zahlreich auf dem Flur ebenfalls die Pause genießenden Polizeibeamten und der hektisch sich dazwischenstellende Kollege seines Vertrauens verhinderten dann aber doch, auszuprobieren, ob der körperliche Angriff auf mich folgenlos an ihm vorüberziehen würde.

Immer diese Motherfucker!

Die Karte, die man zieht

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter bundesweit, Fachanwalt, Rechtsanwalt, Strafrecht, Verteidiger abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Das war knapp

  1. Carsten R. Hoenig schreibt:

    Och Meeensch, schade. So eine Nebenklage mit den V4 wäre doch mal was Neues. 😉

    • rawsiebers schreibt:

      Ich muss zwar humpeln, aber für eine gesteckte Gerade zur Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs hätte es schon noch gereicht 😀

  2. Joerg schreibt:

    Ich wünsche Ihnen natürlich nur alles Gute, aber mir ging es wie dem Kollegen Hoenig und ich dachte einen Moment lang „Schade“. Zumindest haben Sie wohl die Bestätigung bekommen vorher alles richtig gemacht zu haben, wenn der Zeuge so gut auf Sie zu sprechen war 😉 Und weshalb kam der Zeuge denn gleich mit eigenem Anwalt?

    • rawsiebers schreibt:

      Er bedurfte eines Zeugenbeistandes, weil ich schon zuvor angekündigt hatte, dass ich nachweisen werde, dass gegen ihn ggf. wegen falscher Verdächtigung zu ermitteln sein wird und deshalb zumindest in Teilbereichen § 55 StPO anzuwenden sei.

      Er wird sich nachträglich grämen, dass er überhaupt etwas gesagt hat und mir die Möglichkeit gegeben hat, ihn zu zerschneiden wie eine Salami.

  3. Andreas Neuber schreibt:

    Wäre ein Angriff auf Dich so was wie Schändung eines Denkmals >?

  4. Alexandra Braun schreibt:

    Bloß keine Verletzungen provozieren. Denk an Deinen Urlaub.

  5. rawsiebers schreibt:

    Urlaub, Urlaub? Ich kann mich nicht erinnern! (Siiiieeben oder acht Wochen noch, Puhhhh)

  6. Alexandra Braun schreibt:

    Ok, vorher Kurzurlaub in SH. 😉

  7. Pingback: Too much information - Papierkorb - Lesezeichen vom 9. Januar 2014

  8. schneidermeister schreibt:

    Zeugen „durchkneten“ oder „Zerschneiden wie eine Salami“ gehört aber auch nicht gerade zum menschenfreundlichsten Vokabular. Dass sich manche Zeitgenossen verbal nicht wie der rhetorisch elegante Florettfechteranwalt wehren können: geschenkt. Oder focht der Florettfechter nur deshalb so mutig, weil genügend Sekundanten bereitstanden?
    Glashaus -> Steine?

  9. rawsiebers schreibt:

    Der Florettfechter tat das, wofür er bezahlt wird und was seine Aufgabe ist, und zwar im Rahmen des Erlaubten. Die Ankündigung des vollen Pfostens bezog sich auf eine Tätigkeit, von der ich ausgehe, dass sie weder seine berufliche Aufgabe ist noch dass sie ihm erlaubt sein würde.

Kommentare sind geschlossen.