Die Kollegin und ihr Kind

Büttel der eigenen Brut

Die Kollegin wollte kurz vorbeikommen, um eine gemeinsame Verteidigung zu besprechen. Eine Kollegin, mit beiden Beinen im Leben, lässt sich weder von Staatsanwälten noch Gerichten etwas gefallen, sehr gutes Fachwissen, auch die Mandanten hat sie im Griff. Eine angenehme Mitverteidigerin.

Sie bringt ihr Kind mit, etwa drei Jahre alt. Unpässlich, quengelig und dominant. Hat die Mutter im Griff, und zwar richtig. Und Muttern lässt sich leiten, unterbricht unser Gespräch grundsätzlich, wenn das Kind dazwischenquatscht, schaut sich um, ob nicht etwas Bespielbares für ihr Kind herumliegt, lässt das Kind alles anfassen und runterschmeißen, was das Kind in die Finger bekommt, greift nicht ein sondern hebt alles für das Kind auf, was es bei dem Versuch, mein Büro in eine Achterbahn zu verwandeln, in der Gegend herumschmeißt.

Die Kollegin ist nicht wiederzuerkennen, sie ist Sklavin ihres Kindes und lässt sich alles gefallen.

Ich habe unser Gespräch schnell beendet, um diesem Kleinkrieg nicht mehr ausgesetzt zu sein. Ich war kurz davor, das Kind mit

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zu „belohnen“, habe es aber doch gelassen.

Und alle Eltern, die mich jetzt für einen überalterten Kinderhasser halten, sollten sich in aller Ruhe einmal den Artikel

„Es kommt zur Machtumkehr“

zu Gemüte führen und einmal in sich gehen, ob sie etwas bei sich wiederentdecken.

 

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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8 Antworten zu Die Kollegin und ihr Kind

  1. petra perle schreibt:

    das befremdet sie? wieviele kinder haben sie und bitte & wie alt sind die kinder?

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  3. Baum schreibt:

    Muss man wirklich erst Kinder haben und mehr oder weniger erfolgreich erziehen, um so etwas befremdlich finden zu dürfen?

    • petra perle schreibt:

      ein GANZ klein wenig versteht man „kinderprobleme“ besser wenn man selbst in der „materie “ steckt(e)… soviel ist sicher.
      sicherlich kann man verstehen WAS sie meinen, aber OB das IMMER so ist oder temporär auftritt, ist bei kindern von vielen, sehr vielen faktoren abhängig

      nicht zuletzt von ihnen. den zum einen können kinder“ WEG“ wollen und das äussert sich in der von ihnen beschriebenen art. zb weil sie angst vor situationen oder vllcht sogar vor ihnen haben. oder die kindesmutter will das alles nicht ( die situation) und das kind reagiert unbewusst so.

      oder : die mutter hat ihr kind „gebrieft“. „bei dem onkel musst du nicht brav sein, dann können wir schneller nachhause“

      sciherlich kann eine „affenliebe“ befremdlich sein . besonders für aussenstehende. aber es gibt phasen in denen IST die bindung so stark…

      die idee mit dem chili lutscher würde ich mir für solche „volltortel“ wie zb Peter Altmaier aufheben. denn DER ist für uns alle ein problem… ironie on:ist ja auch ein riesenbaby ironie off

  4. nadar schreibt:

    Frau Perle scheint den verlinkten Artikel nicht gelesen zu haben.

  5. rawsiebers schreibt:

    Eine Perle des Nichtverstehens am ersten Tag des Jahres. Das kann nur gut werden. Aber schön wichtig geschrieben.

    • petra perle schreibt:

      richtig erkannt. irgendeinen käse von irgendwelchen gestörten die das eingeschränkte –von teilweise SEHR konservativen werten–geprägte weltbild von RA’s beschreiben, lese ich nicht. ( ich meine irgendwelche bücher)
      ich LESE in MEINEM erlebten, ich lerne von MEINEN fehlern, ich LESE in meinem LEBEN und im leben meiner kinder…. Und habe IMMER wieder die erfahrung gemacht, das gerade RA’s damit probleme haben. . DAS habe ich in ihrem artikel gelesen….denn es gibt leider auch recht viele RA’s die -als abhängiger teil des systems-
      bestenfall zuarbeiten damit alles glatt läuft….

      ….so wie das gesamte rechtssystem mit der realität SEHR oft probleme hat..

      ein wenig „erdung“ tut oft not…..wenngleich ich ihnen nicht auf die füsse treten will…

      RA’s MÜSSEN sich im klaren darüber sein das sie NICHT immer recht5 haben, NICHT immer im recht sind, dinge FALSCH sehen. ,mit der realität probleme haben..mit verlaub

      qui proficit in literis et deficit in moribus, plus deficit quam proficit

  6. Denny Crane schreibt:

    Kürzlich hat eine Zeugin ihre Aussage im Wiegeschritt durch den Gerichtssaal gemacht, indem sie ihr schreiendes Neugeborenes auf dem Arm hielt. Der Richter ließ sie gewähren. Ich auch. Denn nachdem sie eine halbe Stunde nur Unsinn erzählt hatte und ich sie darauf aufmerksam gemacht hatte, daß Mutterschaft nicht vor Strafe wegen Falschaussage schützt, berief sie sich auf „Stilldemenz“ und die Aussage war vom Tisch.

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