Zum Jahresende …

… noch eine Freundlichkeit

Ich weiß, dass es keinen Menschen interessiert, was mich hin und wieder bei Gerichten ärgert. Aber mich interessiert es nicht, dass es keinen interessiert.

Heute war es nur ein Gericht, das sich diesen Gruß redlich verdient hat, es ist aber leider wahrlich nicht das einzige:

In dem Verfahren

Muckel, Pose

 bitte ich höflich aber bestimmt, die Unsitte zu unterlassen, trotz bekanntem Aktenzeichen mir Post zuzusenden mit der wahrheitswidrigen Behauptung: Ihr Zeichen –ohne-.

Wenn meine Angestellten auch zu faul wären, die gerichtlichen Aktenzeichen in die Schriftsätze aufzunehmen und frech –ohne- aufnehmen würden, mag ich nicht wissen, wie die Gerichte reagieren würden.

Fröhliche Weihnachten

 Foto

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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11 Antworten zu Zum Jahresende …

  1. rathomaswill schreibt:

    Ich hasse das auch und habe mich schon so oft beschwert…

  2. rawsiebers schreibt:

    Ich schicke die Dinger zum Teil zurück mit dem Anschreiben ans Gericht „Geschäftszeichen: -ohne- und dem Bemerken, ohne mein Aktenzeichen könne ich das Schreiben leider nicht zuordnen und muss es deshalb ungelesen zurücksenden.

    Besonders bei Terminsladungen oder solchem Kram trifft das immer auf maximale Freude bei Gericht.

  3. Gast schreibt:

    Und wenn Ihr Mandant anruft oder vor der Tür steht und Ihr Aktenzeichen nicht parat hat, schicken Sie ihn auch wieder weg, weil Sie ihn keiner Akte zuordnen können?

    • moep schreibt:

      Sicher nicht. Für den Mandanten arbeitet der Anwalt nämlich, nicht jedoch für das Gericht.

    • rawsiebers schreibt:

      @Gast und @moep Genau so ist es: Der Mandant zahlt, für den erbringe ich meine Dienstleistung. Das Gericht lebt u.a. davon, dass ich Steuern bezahle.

  4. rawsiebers schreibt:

    Nickeligkeiten? Mir kommen die Tränen wegen der so böse überlasteten Gerichte, in denen man zum Beispiel am Freitag ab 12.00 Uhr jedes Leben sucht. Wo sind denn dann die so erbärmlich überlasteten Herr- und Damenschaften?

    Und wenn Herr Paul Schulz bei mir die Akten 1 bis 10 parallel laufen hat, soll ich die Zeit meiner Angestellten bezahlen, die etwas völlig überflüssig suchen und zuordnen müssen, weil man bei Gericht zu faul ist, beim Anlegen oder Eingang der Akte mein Aktenzeichen einzutragen?

    So weit kommt es noch. Die leben von meinen Steuern und dürfen sich darauf auch noch den Hintern platt pennen? Lieber KJ, Wolkenkuckucksheim, kommen Sie mal runter!

  5. Gast schreibt:

    Vielleicht könnten Sie von dem vielen Geld, das Sie zudem größtenteils vom Staat erhalten, mal einen PC anschaffen? Und so ein Anwaltsprogramm, in das man auch ein Gerichtsaktenzeichen eintragen kann? Wäre doch eine Idee.

  6. rawsiebers schreibt:

    Genau, solch Programme hatte ich schon, als Gerichte noch kein Fax hatten. Aber Gerichte, die Programme haben, mit denen die Aktenzeichen der Anwälte eingetragen werden können und dann statt „789/13“ nur „-ohne-“ eintragen, sollten die Ausbildung ihres Personals ernsthaft überprüfen.

  7. RA Tatouille schreibt:

    Ich habe pro Jahr etwa 200-300 neue Mandate (wobei ich nicht für jede Instanz oder jede neue Angelegenheit im Sinne des RVG ein neues Aktenzeichen vergebe) und schleppe immer noch einige hundert Altfälle aus früheren Jahren mit. Ich habe die trotzdem alle im Kopf. Wenn gegen Herrn Müller zehn Anklagen wegen Ladendiebstahls anhängig sind, wird um die Akten eben ein großes Gummi gebunden und alles zusammen vorgelegt. Außerdem findet man im Aktenzeichenverzeichnis (bei uns eine einfache Worddatei im Netzwerk) die Fälle doch nicht nur anhand des Aktenzeichens, sondern auch anhand des Mandantennamens und einer Kurzbezeichnung des Falles (Mundraub, Mord, Mietminderung). Wir hatten wirklich noch nie Schwierigkeiten, ein Schreiben einer Akte zuzuordnen.

    Für die Analphabeten in unserer Kanzlei haben die Akten sogar unterschiedliche Farben (blau: Zivilrecht, rot: Strafrecht, orange: Arbeitsrecht, grün: Ö-Recht, gelb: wertlose Vollstreckungstitel gegen Exmandanten).

    Viel ärgerlicher sind doch Überweisungen von Staatskassen, Rechtsschutzversicherungen, Gegnern, Mandanten, etc., die weder Name noch Rechnungsnummer noch Aktenzeichen noch Verwendungszweck erhalten. Da kann man sich wirklich dumm und dämlich suchen und wird auch noch angepflaumt, wenn man die Zahlung nicht zuordnen kann („Ey, der Schwager von meiner Cousine hat Dir vor vier Monaten 200,- Euro überwiesen, warum hast Du Ali noch nicht im Knast besucht?“).

  8. RA Jens Glaser schreibt:

    Solange Gerichte mir sagen, dass von den beantragten 3.422 Kopien nur 3.376 Kopien erstattungsfähig sind, sie also so ihre Zeit vergeuden, können sie sich auch die Zeit nehmen, mein Aktenzeichen rauszusuchen. Mich ärgert dieses -ohne- nämlich auch maßlos.

  9. RA Ullrich schreibt:

    Das eigentlich Ärgerliche daran ist ja, dass es eben nicht daran liegt, dass das Erfassen der anwaltlichen Aktenzeichen unüblich wäre oder dass es für die armen überlasteten Geschäftsstellenmitarbeiter (keine Ironie) ein so großer Aufwand wäre. Die haben nämlich mittlerweile auch Software, die Datensätze von Verfahrensbeteiligten erfasst und dann auf Knopfdruck wieder ausspuckt. Dabei kann auch das Aktenzeichen automatisch erfasst und wieder ausgegeben werden, was ja die Zeile „Aktenzeichen: Ohne“ belegt, das hat der Mitarbeiter nämlich nicht von Hand da hingeschrieben.

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