Sinn oder Unsinn

Steuern verbrannt

Anklage wegen Verletzung der Unterhaltspflicht. Grottenschlecht nach dem Motto Brutto gleich Netto und Umsatz gleich Gewinn. Kennt man.

Ich meckere, schlage ein Gutachten vor und beantrage die Beiordnung als Pflichtverteidiger. Gericht ordnet mich bei und terminiert.

Mit dem Mandanten über 350 km zum Gerichtsort gefahren, keine Zeugen, kein Sachverständiger geladen. Anklage verlesen. Gericht meint, es muss ein Gutachten eingeholt werden, Verhandlung nach 7 Minuten ausgesetzt.

350 km zurück gefahren.

Kostet die Staatskasse ungefähr 500,00 €. Sinn? Fragt mich nicht!

War aber nett, mit dem Mandanten einen Ausflug zu machen.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Sinn oder Unsinn

  1. kj schreibt:

    Hier hatten die Staatsanwälte vom General die Anweisung wegen der armen Muttis nix einzustellen. Also hatten die alles dämliche angeklagt. Wenn man schon ein Gutachten braucht, um die Leistungsfähigkeit festzustellen, dann kann der Vorsatz des Angeklagte habe seine Leistungsfähigkeit gekannt, auch schlecht begründet werden. Als Richter könnte man die Anklage als nicht ausermittelt nicht zulassen, der macht sich da aber Feinde. Also wissen alle das da nix rauskommt. Richter und Staatsanwalt können sicher die Bilanz lesen. Aber um nicht angepisst zu werden oder Fehler zu machen, lässt man sich das für 5.000 Euro zu Lasten der Staatskasse gutachterlich bestätigen und wenn Richter einen Freispruch vermutet, ist es zu dessen Eigenschutz nie falsch, einen fähigen Anwalt beizuordnen, der auch tapfer die Berufung übersteht.
    Oft gibt man dem Angeklagten zu bedenken, das das Gericht auf die Idee kommt, Leasingraten für einen BMW etc und kein Unterhalt zahlen geht nicht, was der Angeklagte erkennen konnte.
    Solche Verfahren enden zu über 50 % oft mit einer Einstellung gemäß § 153 a Stpo gegen Zahlung eines gewissen Unterhaltsbetrages wahlweise sofort oder in 12 monatigen Raten.
    Das macht alle glücklich und Verteidiger erhält Knete von der Staatskasse. War vor ein paar Jahren so. Geändert?
    War ihr Mandant zu geizig dazu?

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