Arroganz oder Gedankenlosigkeit?

Der BGH ist der Gipfel

Alle Gerichte und andere Behörden wollen unbedingt und immer ihr Aktenzeichen auf Anschreiben. Verstehe ich.

Wir hätten das auch gerne, steht auch auf den Briefen. Manche Gerichte vergessen das hin und wieder, muss man nicht verstehen, kann aber passieren.

Der BGH (zumindest in Strafsachen) nimmt sich heraus, nie das Aktenzeichen der Anwälte anzugeben.

Warum? Siehe Überschrift.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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10 Antworten zu Arroganz oder Gedankenlosigkeit?

  1. Miraculix schreibt:

    Um ehrlich zu sein habe ich nie verstanden warum Anwälte eine zusätzliches eigenes Aktenzeichen verwalten – wo es doch eiin gerichtliches eindeutiges Az. gibt.
    Temporär bis zur Eröffnung des Verfahrens – Ja, das ist sicher notwendig. Aber von da an würde ich das schlicht ändern und unter dem gerichtlichen Az. verwalten.

  2. Denny Crane schreibt:

    @Miraculix

    Ich soll also als Anwalt eine Aktenzeichenliste führen, die sich an den Aktenzeichen des Gerichts orientiert? Offenbart sich hier der Tunnelblick der Justiz? Im Gegensatz zu einem Richter bin ich nicht nur in einer Abteilung eines Gerichts tätig, vielmehr laufen hier täglich dutzende Briefe verschiedener Gerichte und Dezernate aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Im übrigen werden, was Gerichte wohl kaum glauben können, 80% der Streitfälle außergerichtlich erledigt. Diese Mandate wollen auch ein Aktenzeichen haben.

    Wie soll ich denn meine Aktenzeichen bei diesem grandiosen Vorschlag sortieren? Alphabetisch nach dem zuständigen Gericht? Und kommt dann das VG Arnsberg vor dem AG Zwickau oder umgekehrt? Ich hätte einen guten Gegenvorschlag. Die Behörden und Gerichte vergeben ihre Aktenzeichen einfach nach dem Aktenzeichen des Anwalts. Der hat doch schließlich schon ein Aktenzeichen vergeben… Warum also ein neues erfinden? Und wenn mehrere Anwälte beteiligt sind, gilt eben: wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

    • Miraculix schreibt:

      Ich bin nicht bei einer Behörde, insofern geht Ihre Annahme fehl (eher das Gegenteil).
      Az. werden heutzutage doch von der Software verwaltet. Mit einer intelligenten Verwaltung ist das kein Problem. Für die 80% (die ich im übrigen bezwefle) gibt es halt ein eigenes.
      Ist doch völlig egal ob das Az. jetzt A4711/15 oder G4812/16 heisst.
      Übrigens: eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das Behörden sich etwas von Bürgern annehmen – und schon gar kein Aktenzeichen. Schliesslich ist dessen Vergabe ein hoheitlicher Akt (oder so). scnr

  3. tom engel schreibt:

    das dürfte sich auch deswegen begründen, weil die qualität der urkundsbeamten und sonstigen „mitarbeiter“ immer schlechter wird….

    • Zindi aus Marzahn schreibt:

      Dies wiederum dürfte darin begründet sein, dass die Steuerzahler (also rechtsuchende Bürger sowie Anwälte) nicht bereit sind, die entsprechenden Angestellten vernünftig zu bezahlen.

      • bene me-habeo schreibt:

        nein nein nein…die werden BEZAHLT….auch „vernünftig“!. aber das „material“ wird immer sturer, bockbeiniger,unflexibler,arroganter…einfach: dümmer ähm sorry: schlechter..

  4. kj schreibt:

    Weder Arroganz noch Gedankenlosigkeit, sondern Faulheit. Es werden zudem Computerprogramme benutzt, die die Eingabe des Anwaltsaktenzeichen nicht vorsehen.

  5. HD schreibt:

    Könnte es sein, dass es „ums Prinzip“ geht?

    Dass jemand beim BGH so viele Sachen anhängig hat, dass er eingehende Post nicht ohne weiteres zuordnen kann, ist ein Fall, der mir so selten scheint, dass mir die Aufregung etwas gekünstelt erscheint.

  6. rawsiebers schreibt:

    @HD Warum sollte eine Sekretärin oder Azubine bei etwa 200 Strafsachen pro Sachbearbeiter pro Jahr in meinem Büro wissen, welche der 11 Akten, die für Herrn Kalle Beispiel hier laufen, im Revisionsverfahren hängt?

  7. kj schreibt:

    @rawsiebers
    Sie sollten eine ausgebildete Rechtsanwaltsgehilfin einstellen oder Ihrer Fachkraft als Schadenersatz eine Schachtel Pralinen mitbringen. Ich denke, die weiß, welche Ihrer Akten im Revisionsverfahren hängt, sollte es als Fachkraft bei einem Strafverteidiger zumindest.

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