Muss man so etwas anklagen?

An Demenz erkrankte Rentnerin angeklagt

Man glaubt es kaum, was Staatsanwaltschaften so alles anklagen und dabei nicht genügend Feingefühl dafür zeigen, was eigentlich zwingend ohne Belästigung eines Gerichts mit unnötiger Ressourcenverbrennung im Vorfeld schon eingestellt werden müsste.

Mit fast zwei Promille Alkohol im Blut war eine an Demenz erkrankte Rentnerin im vergangenen Herbst in ihrem elektrischen Rollstuhl auf der A 39 unterwegs gewesen. Gestern musste sie sich wegen Trunkenheit am Steuer und wegen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vor dem Wolfsburger Amtsgericht verantworten. Im Hinblick auf die schwere Krankheit der Frau, die sich bei ihrem gefährlichen Ausflug auch von der Polizei kaum stoppen ließ, stellte das Gericht das Verfahren ein.

Quelle: Braunschweiger Zeitung

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Muss man so etwas anklagen?

  1. AndiG schreibt:

    Ja man muss, dafür ist eine Hauptverhandlung da. Warum sollte die StA sich zum Richter und Gutachter in Personalunion aufschwingen und das Verfahren so mir nichts dir nichts einstellen? Weil die Frau besoffen war? Das ist nunmal TBM einer Trunkenheitsfahrt. Weil sie dement war? Das sollte ein StA mal bringen, einfach ohne dazu ausgebildet zu sein jemanden für psychisch krank erklären. Weil die Tatumstände so ungewöhnlich sind?

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