Muss man seine Ansprüche immer durchsetzen?

Selbst wenn sie Recht hätten …..

… unter diesem Titel habe ich bereits hier über einen für den Witwer einer bei einem Verkehrsunfall Getöteten tragischen Fall berichtet, bei dem sich aus meiner Sicht das Leasingunternehmen eines ziemlich großen Automobilherstellers aus der niedersächsischen Provinz nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Heute greift die Braunschweiger Zeitung den Fall auf.

Bei einem Verkehrsunfall verlor er im vergangenen Jahr seine Frau. Jetzt soll der Witwer an eine Leasing-Firma 5000 Euro Schadensersatz für den beschädigten Unfallwagen zahlen.

Ein nüchterner Rechtsakt für die einen, eine verzweifelte Situation für den Witwer: Nicht nur, dass der Geringverdiener die 5000 Euro nicht aufbringen kann. Als die Anwälte ihm auch noch das Gutachten mit den Fotos des beschädigten Autos zusandten, hatte der Schmerz ihn wieder im Griff: „Ich hatte sofort wieder den Tod meiner Frau vor Augen. Die unendliche Verzweiflung war plötzlich wieder da.“

Wenigstens ein wenig Taktgefühl hätte man sowohl von dem Leasingunternehmen als auch von den beauftragten Kollegen erwarten können. Eine wenn auch noch so kleine Beileidsbekundung hätte sicher niemandem weh getan, bevor man die Anspruchskeule aus dem Sack holt.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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