Vorsatz, Gleichgültigkeit oder Dummheit?

Künstler der ManipulativWahllichtbildvorlage

In kurzer Zeit zwei Klopfer, Kracher, Unglaublichkeiten, Höchstleistungen der Braunschweiger Polizei.

In einem Fall teilt ein Zeuge mit, dass er den Tatverdächtigen ausschließlich an einem Tattoo am Hals beschreiben kann. Es werden 9 Fotos vorgelegt, nur eine der Personen hat ein sichtbares Tattoo, zufällig am Hals, zufällig der aus Sicht der Polizei Verdächtige.

Vorsatz, Gleichgültigkeit oder Dummheit?

Im zweiten Fall beschreibt ein Zeuge die angebliche Täterin mit blonden langen Haaren. Suggestive, äh, Quatsch, manipulative, äh Quatsch, sequentielle, äh, vergessen, nie gehört, „Wahl“lichtbildvorlage, also 9 Fotos auf einem Blatt, eine Dame mit hellbraunen Haaren, 8 Damen mit schwarzen oder fast schwarzen Haaren.

Ratespiel: Wer war die Verdächtige?

Vorsatz, Gleichgültigkeit oder Dummheit?

Wird sich nun leider das Innenministerium einschalten müssen, um zu überprüfen, ob die Braunschweiger Polizeiführung eine ihrer Aufgaben, nämlich die fundierte Ausbildung ihrer Mitarbeiter, noch dieses Jahr beginnen soll oder ob weiter zugewartet werden darf.

Bild 4

Vielleicht macht man mir die Freude, dass die www.vier-strafverteidiger.de wieder auf den Plan gerufen werden, damit man das Thema auf großer, öffentlicher Basis vertiefen kann.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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7 Antworten zu Vorsatz, Gleichgültigkeit oder Dummheit?

  1. NVM-Konteradmiral schreibt:

    Die Polizei verfügt eben nicht über einen derartigen Personalüberschuss, dass Sie die Arbeit eines Einzelnen von Vieren (!) erledigen lassen könnte…

  2. rathomaswill schreibt:

    Ganz oft habe ich im Moment, dass die Wahlbildvorlage überhaupt nicht dokumentiert wird. Es wurde angeblich eine durchgeführt und der passende Verdächtige identifiziert…

  3. rawsiebers schreibt:

    @NVA-Kontermaterial Von den Vieren ist einer immer der Angeklagte -meist ich- und die drei anderen leben von Beratungsscheinen.

    • NVM-Konteradmiral schreibt:

      Sie könnten sich problemlos selbst verteidigen, die Beschäftigungstherapie für Ihre Kollegen ist schlichtweg un-ver-hält-nis-mäßig.

      Dass Sie wegen einer 5-Tagessätze-Verwarnung in Revision gingen, im Übrigen auch.

  4. kj schreibt:

    Ist doch für die Verteidigung günstig. Stellen Sie sich vor der Zeuge hätte zufällig den richtigen unter mehreren rausgesucht, deren Bilder sich alle ähnlich sähen.

  5. KHS schreibt:

    Alles harmlos! Denn es geht noch besser! Man kann einen Zeugen auch durch einen Türspion ein Treppenhaus beobachten lassen. Dann führt man nicht etwa 5, nein, nicht 3 sondern eine einzige Person (nämlich den Angeklagten) mit Handschellen und an einen uniformierten Polizisten gekettet an diesem Türspion vorbei und fragt den Zeugen dann, ob er den Täter erkennen konnte. Gelacht hätte ich nur, wenn der Zeuge den Polizisten identifiziert hätte.

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