Obst und Gemüse

Äpfel, Birnen, Johannisbeeren und Melonen

Bei der Abwicklung eines Verkehrsunfalls möchte ein Geschädigter Motorradfahrer eine Nutzungsausfallentschädigung haben, obwohl ihm unbestritten während der Zeit des Ausfalls ein PKW zur Verfügung stand.

Sein beschädigtes Motorrad war eine Reisschüssel SUZUKI SV 1000 S. Nun beruft sich der Geschädigte auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf aus dem Jahre 2008. Dort hatte man ausnahmsweise eine Nutzungsausfallentschädigung zugesprochen, weil es sich um ein ausgemachtes Luxus-Motorrad handelte, nämlich um einer Harley-Davidson Electra Glide.

Dies meint der Geschädigte nun, gleichsetzen zu können.

Ich denke, er wird meine Entgegnung verstehen, dass er nicht Äpfel mit Birnen sondern Johannisbeeren mit Melonen vergleicht.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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9 Antworten zu Obst und Gemüse

  1. Miraculix schreibt:

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß man einen Supersportler mit einem PKW ersetzen kann.
    Ist ja wie Hase und Igel 🙂
    Wobei das jetzt keine juristische Wertung ist. Daß Juristen immer alles verdrehen bis rauskommt was man gerne hätte ist ja legendär.

  2. rawsiebers schreibt:

    Na ja, „Super“sportler. Egal. Wenn jemand vorträgt, sich so einen Hobel insbesondere angeschafft zu haben, um zur Arbeit zu fahren, muss er sich auch darauf verweisen lassen, zwei Wochen lang die 35 km mit einem SMART zu fahren.

  3. Miraculix schreibt:

    Für die Fahrt zur Arbeit ist ein Smart sicher ok. Dann war der Vortrag aber schwachsinnig!
    So ein Gerät ist ein ausgesprochenes Spass-Fahrzeug. Aber auch dafür kann man mit Fug und Recht Nutzungsausfall erwarten.

  4. kj schreibt:

    Nutzungsentschädigung gibt es für jedes Motorrad, ob ein vorhandener Ersatz PKW dies ausschließt, da wäre ich mir nicht so sicher wie Sie. So ein Motorrad hat z.b. Vorteile beim Benzinverbrauch und bei der Parkplatzsuche.
    Für weniger Gutverdienende als Anwalts ist auch eine Suzuki 1000 ein Luxusobjekt.
    Warum da andere Maßstäbe als bei einer Harley gelten sollten, ist aus dem Gesetz nicht zu entnehmen. Gibt halt nur eine geringere Entschädigung.
    Die Versicherungen sind bei Nutzungsausfall eher großzügig, Da bietet sich ein Vergleich zur Hälfte oder anteilig nach Sonnen/Regentage an.

  5. rawsiebers schreibt:

    @kj Niemand bezweifelt, dass es auch für Motorräder Nutzungsausfallentschädigung gibt. Niemand bezweifelt aber auch, dass bei der uneingeschränkten Möglichkeit der Nutzung eines Zweitfahrzeuges keine Nutzungsausfallentschädigung zu zahlen ist.

    Und wenn schon Zweizylinder, dann bitte Ducati aber nicht Suzuki.

  6. Miraculix schreibt:

    Warum gibt es keinen Nutzungsausfall, wenn weitere Fahrzeuge vorhanden sind?
    Ich habe 8 Fahrzeuge und bisher immer Nutzungsauffall bekommen – anstandslos.

    • NVM-Konteradmiral schreibt:

      Rasenmäher, Fahrräder, Tretautos – alles nicht von Belang, da es um Kraftfahrzeuge geht!

      • Miraculix schreibt:

        Noch niedriger konnten Sie die Messlatte für das Niveau sicher nicht anlegen

  7. kj schreibt:

    Die höchstrichterliche Rspr. ist Ihrer Meinung vgl. BGH 6. Zivilsenat, 11.09.2012, VI ZR 92/12.
    Als Jurastudent hätte man da streitig argumentieren müssen, Verweis auf BGH reicht nicht für eine gute Arbeit.
    Nach 2 Jahren Moped zur Schule bei Wind und Wetter, war ich vom Zweirad bedient. Mit meinem alten Suzuki PKW bin ich eigentlich zufrieden, hält die Kosten flach für andere schöne Dinge des Lebens.

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