Voll wie eine katholische Kirche

Treffender Kommentar

Die Richterin schaute mich ein wenig putzig an, als es um die Erörterung des Inhaltes der Akte kurz vor Beginn der Hauptverhandlung ging. Plötzlich schoss es dann aus ihr heraus:

„Haben Sie das hier geschrieben?“

und zeigte auf einen handschriftlichen Kommentar auf der ersten Seite einer Zeugenvernehmung. Dieser könne eigentlich nur von mir oder jedenfalls aus meinem Büro sein, weil ich die Akte vom Gericht erhalten habe und im Gericht habe nur sie die Akte nach der Rücksendung gelesen bzw. bearbeitet.

Ich schwor bei allem was mir heilig ist (Geld, Auto, Rennpinguin), dass ich noch nie in einer Gerichtsakte herumgekritzelt hatte, insbesondere und auch nicht in dieser. Glücklicherweise stellte sich dann heraus, dass nach mir auch noch eine Wehrbereichsverwaltung Akteneinsicht hatte; und dort muss es einen ausgesprochen oberwitzigen Sachbearbeiter geben, der die Schilderung des Zeugen zum Zustand des Opfers betreffend Alkoholkonsum und dessen Folgen kurz und knackig wie folgt kommentiert hatte:

„Ergo – voll wie eine katholische Kirche!“

An anderer Stelle der Akte hatte der Witzbold dann noch zauberhaft ein gefülltes Glas in eine Vernehmung gemalt. Da sag noch einer, Verwaltungsmitarbeiter bei der Bundeswehr seien humorlos. Der Humor geht sogar so weit, dass in Originalgerichtsakten herumgeschmiert wird. Was da wohl Herr De Maizière zu sagen würde/wird? Hat der nicht schon genug Skandale?

Reste einer Weihnachtsfeier

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Voll wie eine katholische Kirche

  1. JJ Preston schreibt:

    Hätte heißen müssen: „Voll wie eine Wehrbereichsverwaltung“.

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