Todesfahrt am 01.05.2012 in Schöppenstedt

Ermittlungspannen als Belastung für die Beteiligten

Ein junger Mann fährt besoffen vor fast einem Jahr mit völlig unangepasster Geschwindigkeit durch eine niedersächsische Kleinstadt, er mäht eine Schülerin und  ihren Freund von der Straße, der Angefahrene stirbt noch an der Unfallstelle. Das Mädchen ist erheblich psychisch beeinträchtigt, sie muss zumindest ein Schuljahr wiederholen, sie hat das Geschehen bis heute nicht vollständig verarbeiten können.

Jetzt das Urteil durch das Amtsgericht Wolfenbüttel. Das Tragische: Im Verfahren stellt sich heraus, dass es zu viel schnelleren und deutlicheren Ergebnissen hätte kommen können, wenn das Fahrzeugwrack intensiver untersucht worden wäre, wenn Zeugenvernehmungen nicht durch einen Polizeibeamten durchgeführt worden wären, der selbst am Tatort war, so dass dadurch eine unbeeinflusste Vernehmung schwierig war, und wenn das Gericht die Sache schon im ersten Anlauf sachgerecht vorbereitet hätte.

Insbesondere für die verletzte junge Frau, die Angehörigen des Getöteten aber auch für andere Beteiligte wäre eine dadurch mögliche schnellere und unkompliziertere Abwicklung sicher eine erhebliche Entlastung gewesen.

Jetzt wird vermutlich das Gegenteil eintreten, wegen der fehlenden eindeutigen Ergebnisse wird es wohl zumindest eine nächste Instanz geben.

Vieles hätte deutlich besser gemacht werden können.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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2 Antworten zu Todesfahrt am 01.05.2012 in Schöppenstedt

  1. Ronny schreibt:

    Für den Angeklagten ist doch alles in Butter. Schwierigkeiten für das Gericht, unnötige Verfahrensverzögerungen – da schlägt das Herz jedes Strafverteidigers höher!

  2. kj schreibt:

    Komische Justiz, wenn jemand statt 2 Mio nur 1 Mio versteuert, wobei er nur das Geld im Ausland anlegte, dann soll er (so BGH) in den Knast, wer aber besoffen einen Menschen tötet, wobei er bei seiner Handlung mit Gefährungen anderer rechnen musste, kommt mit Bewährung davon.
    Geld für Banken ist halt wichtiger als Menschenleben.

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