Sonntagsschlaf

Sonntag – faxfreie Zeit

Ja, es gibt sie, die Behörden, die schon einzelne Faxanschlüsse für die jeweiligen Sachbearbeiter haben. Technischer Fortschritt auf höchstem Niveau.

Ostersonntag wollte ich dann auf einen solchen Faxanschluss eines Sachbearbeiters einer Straßenverkehrsbehörde ein Fax senden. Ging nicht, Freizeichen.

Dienstag angerufen und gefragt, ob die Telefonanlage über Ostern kaputt war. Erstaunte Gegenfrage: „Wieso, es war doch Ostern, und über das Wochenende ist mein Fax immer abgeschaltet.“

Meine Frage, ob er denn davor Angst habe, am Montag zu viel Arbeit auf dem Tisch/im Fax zu haben oder was der Blödsinn soll, hat er nur mit seinem Ohr aufgenommen, in seinem Gehirn ist der Sinn der Frage nicht angekommen.

Scharfe Bürozähne

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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11 Antworten zu Sonntagsschlaf

  1. Hans Adler schreibt:

    Fax ist ja eine antiquierte Technologie, die nur im Rechtswesen noch künstlich am Leben gehalten wird. Falls der Sachbarbeiter nur sehr wenig Faxe bekommt und diese fast nie am Wochenende, ergibt es m.M.n. durchaus Sinn, das Gerät übers Wochenende abzuschalten. Das spart Strom und schaltet eine mögliche Brandursache aus.

  2. Gerichtsbasher schreibt:

    Es verbessert das Arbeitsklima stets ungemein, dem Gegenüber solche Worte wie „Blödsinn“ an den Kopf zu werfen.

    Damit erzielt Herr Siebers bestimmt unter dem Strich hervorragende Ergebnisse.

  3. rawsiebers schreibt:

    Meine Mandanten sind mit meinen „hervorragenden Ergebnissen“ oft zufrieden, nur kein Neid. Und für einschmeichelnde Sahne ums Maul bin ich nicht geschaffen. Wenn ich etwas für blödsinnig halte, spreche ich das aus. Und diese Offenheit wird nicht selten besser angenommen als das Gesülze von Arschkriechern.

  4. Gerichtsbasher schreibt:

    Nur mal so interessehalber: Was machen Sie, wenn der Richter im gleichen Tonfall zurückspackt?

    Befangenheitsantrag?

  5. kj schreibt:

    Zwischen Kollegen ( Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte betrachten sich als solche (Ausnahmen ausgenommen)) ist der Ton meist professionell sachlich und netter.
    Außerdem sind Juristen mit dem Wort Blödsinn vorsichtig, da die Erfahrung zeigt, das auch scheinbarer Blödsinn Realität sein kann, oft Sinn macht (wie der Kommentar Adler oben aufzeigt) oder von Obergerichten bestätigt wird.

  6. rawsiebers schreibt:

    Richter, die sich trauen, dann gegenzuhalten, sind die, mit denen ich dann wirklich gern Kaffee trinken gehe.

  7. rawsiebers schreibt:

    @kj Sinn macht? Blödsinn! Wenn ich eine elektronische Erreichbarkeit habe, sie aus diesen Gründen abzustellen, ist nichts als eine Ausrede. Und wenn ich es für Blödsinn halte, spreche ich es aus, auch, wenn es andere anders sehen. Warum sollte ich mich verstellen?

  8. rawsiebers schreibt:

    Wann war eigentlich der letzte Gerichtsbrand wegen eines Faxes?

  9. rawsiebers schreibt:

    Was kostet ein wochenlang dauerbeleuchteter Weihnachtsbaum im Gerichtsflur von November bis zum Jahresende?

  10. kj schreibt:

    Mir ist eine herzliches Ausfechten auch lieber als das Beschweren über Anwaltskammer und Landgerichtspräsident. Ich würde Blödsinn auch nicht als unsachlich betrachten.

    Ich meine es schafft Lebensqualität auch mal nicht erreichbar zu sein, wozu muss ein Ordnungsamtsachbearbeiter elektronisch immer erreichbar sein?

    Es ist ein Reflex von manchem Mitmenschen mit Ressourcen sparsam zu sein, also Geräte abzuschalten, auch wenn das nicht viel bringt oder ausreichend Ressourcen da sind.
    Gehöre dazu, schalte meinen Computer und Drucker immer ab und fahre zu Lehrgängen mit Wochenendticket, auch wenn ich die Fahrt nicht bezahlen muss.

    Kann sein das es Blödsinn ist, ein Faxgerät abzuschalten, vielleicht schützt man sich auch vor Spamfaxe, ich weiss es schlicht nicht.

    Gegenfrage, wann hat zuletzt ein betrunkener Radfahrer jemand anderes als sich selbst schwer verletzt? Kennen Sie solche Fälle? Käme niemand auf die Idee, deren Bestrafung als Blödsinn zu bezeichnen.

  11. Chris schreibt:

    Meine liebe Schwiegermutter arbeitet in leitender Position in einer ländlichen Sparkasse. Ich wollte ihr mal am Wochenende ein paar private Unterlagen faxen und stellte fest, dass es ein Problem gab. Als ich Sie anrief um die Nummer nochmals abzugleichen, sagte sie mir, dass sie jeden Abend (!) und natürlich zu jedem Wochenende und Feiertag ebenfalls ausnahmslos *alle* Faxgeräte ausschalten. Diese werden auch erst zu den offiziellen Geschäftszeiten Morgens wieder angeschaltet – auch wenn einige Mitarbeiter schon vorher planmäßig arbeiten. Begründet wird diese Maßnahme mit möglichen Fristen, die ja in Gang gesetzt werden könnten.

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