Das Handy, der ständige Polizist in Deiner Hosentasche

Handy, Feind und Verfolger?

Nicht nur meinen Mandanten habe ich schon seit Jahren immer wieder gepredigt, sie sollen es einfach lassen, am Handy irgend etwas – was es auch sein mag – zu besprechen, was andere nichts angeht.

Auch die Einbildung, mit angeblich verschlüsselten Begriffen auf die sicheren Seite zu sein, ist völlig illusorisch. Die Mithörenden kommen schneller auf den wahren Inhalt der Gespräche, als man glaubt.

Auch die Bewegungsprofile, die aus gespeicherten Handydaten herausgelesen werden können, haben schon manchem Straftäter den Hals gebrochen, wenn man festgestellt hat, dass er (z.B.) mit seinem Handy zwei Minuten nach einer Tat in unmittelbarer Nähe des Tatortes war und vielleicht auch noch jemanden angerufen und gesagt hat: „Alles erledigt, kannst mich abholen“.

Die ganz Schlauen meinen, mit nicht auf sie angemeldeten Verträgen auf der sicheren Seite zu sein. Aber auch das ist eine Illusion. Zwischenzeitlich sind die Forschungen so weit, dass man jeder Person Bewegungsprofile so zuordnen kann, dass eine Identifizierung angeblich so sicher ist wie bei einem Fingerabdruck.

Eine praktische Anwendung wäre, dass selbst Benutzer namentlich nicht registrierter Handys, wie sie die organisierte Kriminalität benutzt, allein aufgrund des Bewegungsmusters identifizierbar sind.

Quelle: Welt

Also, was auch immer Ihr vorhabt. Quatscht nicht am Telefon, auch nicht vermeintlich „verschlüsselt“ und schmeißt besser noch Eure Handys weg, bevor Ihr loszieht. Es geht einfach keinen etwas an, wo Ihr Eure Freizeit verbringt.

SONY DSC

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter Braunschweig, bundesweit, Fachanwalt, Halle, Leipzig, Magdeburg, Rechtsanwalt, Strafrecht abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Das Handy, der ständige Polizist in Deiner Hosentasche

  1. kj schreibt:

    Vielleicht wäre ja Lettland und Estland für den Gast ein guter Tipp. Dort gibt es viele Russen, die vielleicht entsprechende Konnektion haben. Zudem Schengen Raum, allerdings wird an den Grenzen stichprobenartig kontrolliert. Risiko bleibt aber immer.

  2. RA Siebers schreibt:

    @Gast Beratungen bei mir nur gegen quittierte Vorkasse, und nicht am Telefon. Also sparen, ganz viel sparen, Termin machen, Geld auf den Tisch, Quittung entgegennehmen, dann gibt es die Information.

  3. veri schreibt:

    Es ist wirklich schön, dass Sie ihren Mandanten Freizeittipps geben.

  4. rawsiebers schreibt:

    Jepp, gehört bei mir zum Service. Machen alle, nur ich stehe dazu.

  5. Gast schreibt:

    betreff beitrages von GAST:
    (Verstehe ich das richtig: Also die Aufgabe eines Strafverteidigers besteht Ihrer Ansicht nach nicht zuletzt in praktischer Lebensberatung für die Mandantschaft, wie man bei zukünftigen Straftaten das Überführungsrisiko vermindert? Das finde ich ja klasse. Machen Sie das auch für Neumandanten oder in Seminarform? Ich bräuchte auch noch einen Tip, wo man ohne Risiko eine unregistrierte Schusswaffe erwerben kann – es soll Ihr Schaden nicht sein. Bitte posten Sie eine überwachungssichere Kontakttelefonnummer.)

    mal auf dem teppich bleiben. bei der datensammelwut des (deutschen) staates MUSS ein (nicht nur der) strafverteidiger darauf hinweisen das es u.u. gefährlich sein kann, ein handy zu benutzen…ganz klar !!! auch die „benutzung“ des www ist nicht ohne risiken… satire ON: wenn sie eine unreg. schusswaffe benötigen (wozu??) brauchen sie keinen anwalt..was sie schreiben ist also blödsinn…ganz klar… satire OFF

  6. Gast (#1) schreibt:

    @ Gast #2:
    Im Blog des Strafverteidigers CR Hoenig kann man zum „Selbstverständnis eines Strafverteidigers“ lesen ( http://www.kanzlei-hoenig.de/2013/selbstverstaendnis-eines-strafverteidigers/ ):
    „Ich kämpfte einfach dafür, daß trotz aller Last der Beweise, trotz allen Abscheus ihm das Recht [zuteil] wurde, das jedem Menschen zusteht: Solange als unschuldig zu gelten, bis das Gericht über ihn sein Urteil gesprochen hat und dieses Urteil rechtskräftig geworden ist. Ich kämpfte damit nicht für Schumann, sondern für das Recht schlechthin. Ich kämpfte damit auch für die Richter. Denn nur wenn ich alle Möglichkeiten, die für den Angeklagten sprechen konnten, erschöpft hatte, konnte der Richterspruch Bestand haben und über jeden Zweifel erhaben sein.“
    Das ist das Modell „der Rechtsanwalt als Organ der Rechtspflege“. Der zerreißt sich, um seinen Mandanten mit den Mitteln des Rechtsstaats herauszupauken. Der käme aber nie auf die Idee, durch Rat und Tat Beihilfe zu zukünftigen Straftaten zu leisten.
    Was nicht heißen soll, dass es Letzteres nicht auch gibt: Das ist dann das Modell „der Rechtsanwalt als Bestandteil der kriminellen Infrastruktur seiner Region“. Aber mit dem herkömmlichen Modell des Strafverteidigers, für das auch der Urhebers des Zitats steht, hat der nur noch den Namen gemein.

Kommentare sind geschlossen.